7000 Euro für die Obdachlosenhilfe / Uelzisches Armenessen zum ersten Mal im Ratssaal

Kartoffelsuppe für guten Zweck

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Zum ersten Mal fand das Uelzische Armenessen im Ratssal statt. Über 150 Gäste ließen sich für einen guten Zweck bewirten. Am Ende kamen mehr als 7000 Euro für den Obdachlosentreff zusammen.

Uelzen. Rund 7000 Euro für den Obdachlosentreff Uelzen, dazu ein schöner Abend mit Musik in Uelzens Ratssaal, das 620. Uelzische Armenessen 2017 war eine runde Sache, sagt der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins „Historisches Uelzen“, Dr. Jan König.

Bettina Winkelmann und Jan König zeichneten Hans-Jürgen Vogtherr mit dem Ehrensiegel des Vereins „Historisches Uelzen“ aus.

Mehr als 150 Gäste nahmen zum ersten Mal im Ratssaal zum Armenessen Platz. Ein würdiges Ambiente für die traditionsreichste Veranstaltung der Stadt. 1397 wurde erstmals das Armenessen erwähnt. Die Ratsherren veranlassten anlässlich der Befreiung Uelzens von der Besetzung der Celler Herzöge eine wohltätige Armenspeisung. So ist es überliefert. „Mit einem Schafsbock und so viel Brot, wie gegessen werden kann“, so Jan König im Vorfeld, dessen Vater Ludwig König die zwischenzeitlich eingeschlafene Traditionsveranstaltung erstmals 1996 in der Stadt wiederbelebte. Bürgermeister Jürgen Markwardt, feierlich mit Amtskette, verglich die Vorgänge des Mittelalters damit, als würde der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil mit seinen Ministern Uelzen besetzen und erst wieder abziehen, wenn die Stadt zahle. Er hob hervor, dass das Armenessen erstmals im Ratssaal der Stadt stattfinde, und das sei „etwas Besonderes“. Dazu: „Seit Wiedereinführung sind mehr als 200 000 Euro zusammengekommen.“

Jan König wies darauf hin, dass es Armut zu allen Zeiten gegeben habe. „Wir können sie nicht beseitigen, aber versuchen, sie zu lindern.“ Es gebe kein Konto, auf das man einzahlen könne, man müsse es immer wieder neu tun.

Dass sich Armut damals und heute durchaus ähnlich seien, das arbeitete Dr. Hans-Jürgen Vogtherr in seinem Festvortrag „Hansische Armenfürsorge“ heraus. Städte verteilten Zeichen an Bedürftige, damit sie Almosen bekamen. „Man wollte Armutstourismus vermeiden“, so Vogtherr. Die Zeichen sind heute Papiere. Anschließend bekam Vogtherr das Ehrensiegel des Vereins „Historisches Uelzen“ verliehen. „Dieses Jahr wird es Zeit, dass der Verein Dr. Vogtherr ehrt“, so Vorsitzender König. Ohne Vogtherrs Arbeit wäre vieles über Uelzen in Vergessenheit geraten. „Sein Schatz und seine Erkenntnisse über Uelzen sind beispiellos. Sie sind das Fundament der Identität der Stadt“, so König. Dann wurde die Kartoffelsuppe aufgetragen.

Von Jens Schopp

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