Uelzener Klinikum investiert halbe Million Euro

Kapazitäten der Notaufnahme werden verdoppelt

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Pflegedienstleiter Hans-Walter Russu, Krankenpflegerin Corinna Pauf und Stationsleiterin Nina Sophie Schurig (von links) in einem der Zimmer der Notaufnahme, die auch mit neuer Technik ausgerüstet wurden.

Uelzen. Für ein Krankenhaus wie das in Uelzen seien die Steigerungsraten enorm. In den vergangenen zehn Jahren seien die Fallzahlen in der Notaufnahme um mehr als 50 Prozent geklettert. Das sagt Hans-Walter Russu, Pflegedienstleiter im Helios-Klinikum.

Zwei Beispiele: Sind 2006 noch 7937 Menschen stationär über die Ambulanz aufgenommen worden, waren es im vergangenen Jahr 11 020 Patienten. Vor vier Jahren wurden 9642 Personen ambulant in der Notaufnahme behandelt, im vergangenen Jahr 11 019 Menschen (ohne Berufsunfälle). Tendenz: weiter steigend.

Gründe sind auch die veränderten Strukturen in der Notdienstversorgung im Landkreis. Das Veerßener Krankenhaus verfügt über keine Ambulanz. Es gibt nur noch eine Bereitschaftspraxis für den ganzen Kreis in der Stadt Uelzen. Hinzu komme der Trend, dass immer mehr Menschen die Notaufnahme aufsuchen, die eigentlich auch beim ärztlichen Bereitschaftsdiens versorgt werden könnten. Folge: lange Wartezeiten und des Öfteren auch Patienten-Unmut.

Mit einem veränderten Notaufnahme-Konzept und dem Ausbau der Kapazitäten steuert man beim Helios-Klinikum gegen. „Wir investieren 500 000 Euro in den Ausbau“, so Geschäftsführer Stefan Starke. Elf neue Behandlungszimmer entstehen derzeit im Gebäudebestand. Das sei eine Verdoppelung. Fertiggestellt sein sollen sie im März.

„Nach den Schulungen der Mitarbeiter wollen wir rund vier Wochen später ein gängiges Aufnahmekonzept neu einführen“, sagt Russu. Dabei handelt es sich um das sogenannte „Manchester Triage System“. Spätestens zehn Minuten nach Eintreffen des Patienten soll eine speziell geschulte Pflegekraft im Triage-Raum die möglichen Symptome mittels der dafür vorgesehenen Checkliste im System abfragen. Daraufhin wird der Patient in eine der insgesamt fünf farblich gekennzeichneten Dringlichkeitsstufen eingruppiert. Räumlich sollen die leichten von den schweren Fällen getrennt werden, so Russu. Auch sollen die wartenden Patienten verstärkt informiert werden, warum sie warten und wie es mit ihnen weitergeht. „In den Kernzeiten von 8 bis 16 Uhr werden drei Oberärzte aus verschiedenen Fachrichtungen plus weiterer Ärzte und Pflegekräfte in der Notaufnahme tätig sein“, so Starke. Mit einem Team von zehn bis zwölf Kräften wolle man Mitte April mit dem neuen Konzept an den Start gehen. „Dann müssen wir sehen, wie es läuft und sich entwickelt, um vielleicht das Personal noch aufzustocken“, so Russu. Er sagt auch, dass in der Notaufnahme so viele Schnittstellen (z. B. Röntgen oder OP) eines Krankenhauses zusammenliefen, dass auch andere Abteilungen ins Boot geholt werden müssten. „Wir müssen bei er Umstellung den ganzen Krankenhausbetrieb im Blick haben.“

Von Jens Schopp

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