„Wenn man diese Stadt liebt, möchte man das doch schön haben“

Kampf gegen Müllsünder: Uelzenerin Christina Deuter fordert drastische Geldstrafen

Die 75-jährige Christina Deuter ärgert sich über den achtlos entsorgten Müll am Königsberg. Auch an anderen Stellen in der Hansestadt wird der Unrat häufig in Beete oder auf Gehwege geworfen.
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Die 75-jährige Christina Deuter ärgert sich über den achtlos entsorgten Müll am Königsberg. Auch an anderen Stellen in der Hansestadt wird der Unrat häufig in Beete oder auf Gehwege geworfen.

Uelzen – „Ich kann es nicht nachvollziehen. Was ist das für eine Mentalität?“ Christina Deuter ist sauer. Die 75-Jährige deutet auf einen Berg aus achtlos weggeworfenem Müll mit Plastiktüten, Tellern, Flaschen – sogar ein Lampenschirm ist dabei.

„Wenn man diese Stadt liebt, möchte man das doch schön haben“, sagt Deuter kopfschüttelnd.

Der Müllberg bei den Altglascontainern am Königsberg ist für die Rentnerin nicht der einzige Stein des Anstoßes. Auch an der Esterholzer Straße oder in der Innenstadt liegen Getränkepackungen, Zigarettenstummel oder Klamotten herum.

Aus Deuters Sicht müsste die Stadt verstärkt gegen Müllsünder vorgehen. „Warum erkundigt man sich nicht, wie es in den anderen Städten geht?“, fragt sich Deuter. So sei zum Beispiel Baden-Baden aufgrund hoher Geldstrafen eine der saubersten Städte Deutschlands. Von Uelzen wünscht sich Deuter ebenfalls entsprechende Bußgelder, ähnlich wie für Parksünder.

Auch der jährlich stattfindende Müllsammeltag in Uelzen sei nicht genug. „Kaum ist es weg, liegt schon wieder was“, ärgert sich Deuter. Im Grunde müsse daher alle 14 Tage eine Müllsammelaktion stattfinden. Deuter selbst macht nach eigener Aussage einmal pro Woche den Gehweg vor ihrer Haustür sauber. „Ich mache das, weil mir die Stadt am Herzen liegt.“

Die Stadt Uelzen weist in dem Zusammenhang auf die Anstrengungen hin, die gegen die Verschmutzungen unternommen werden. „Umweltsünder, die wir ermitteln können, werden in Uelzen bereits mit Bußgeldern geahndet“, heißt es auf AZ-Nachfrage. Die Gelder würden vom Landkreis festgelegt und beliefen sich im Rahmen von 20 bis 55 Euro.

Daneben seien auch die Reinigungsarbeiten intensiviert worden, unter anderem durch stichprobenartige Kontrollen an Altglas- und Altkleidercontainern. Mitarbeiter der IDA sammeln demnach wöchentlich Müll ein. Aber: „Der Hansestadt ist es leider nicht möglich, auf das Verhalten jedes Einzelnen einzuwirken. Jeder Bürger trägt letztlich mit seiner Verhaltensweise zur Sauberkeit unserer Stadt bei.“

VON DANIEL BIELING

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