Auch Speditionen und Busunternehmen in Uelzen treffen die hohen Spritpreise

Kampf gegen Kosten

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ah Uelzen. Noch nie war das Tanken so teuer wie im März 2012. Das hat der ADAC ermittelt. Diesel kostete laut Automobilclub im vergangenen Monat durchschnittlich 152,2 Cent pro Liter, Super E10 lag bei 164,6 Cent pro Liter.

Preise, die auch auf die Speditionsbranche Auswirkungen haben: „Im Prinzip ist die Lage durch den Preisanstieg der letzten Monate katastrophal“, meint Hubertus Kobernuss, der mit seiner Spedition in Uelzen ansässig ist. „Vor allem sind aber wohl die kleineren Unternehmen mit weniger Fahrzeugen betroffen. Für die ist das fatal. “.

Für seine Spedition greife in vielen Fällen die sogenannte Dieselklausel in den Transportverträgen, erklärt er. Darin sei geregelt, dass beim Anstieg des Dieselpreises seine Kunden auch automatisch mehr für die Transporte zahlen müssen. „Dadurch ist die Lage für uns etwas entspannter“, meint Kobernuss. „Aber wir rechnen in der Speditionsbranche insgesamt in diesem Jahr mit einer steigenden Insolvenzrate.“

Die Busse im Kreis müssen natürlich auch betankt werden. Das Problem mit den steigenden Spritpreisen sehen Hans-Joachim Leibrandt vom rbb und Andreas Chevallerie von Uhlenköper Reisen allerdings pragmatisch: „Die Preiserhöhungen tun uns natürlich auch weh, aber wir können es weder verhindern noch bei jeder Veränderung direkt die Preise erhöhen“, meint Leibrandt. Chevallerie zeigt sich noch gelassener: „Wir wissen doch seit 20 Jahren, dass Sprit immer teurer werden muss. Wir stellen uns einfach darauf ein.“ Für Touren mit Reisebussen würden die Angebote sowieso Monate vorher gemacht, da müsse man solche Preissteigerungen einkalkulieren, meint Chevallerie. Die Tarife fürs Busfahren im ÖPNV bleiben für den Kreis Uelzen wohl noch stabil, aber: „Wenn es so weitergeht, dann müssen wir neu kalkulieren und vielleicht einen Antrag auf Tariferhöhung stellen“, meint Leibrandt. Wie die Taxiunternehmer, müssen auch Busse als öffentliche Verkehrsmittel einen Antrag auf Anhebung der Tarife stellen. Das letzte Mal wurden die Preise Anfang 2009 erhöht.

Die AZ hat bei den Firmen auch nachgefragt, welche Maßnahmen vielleicht gegen die hohen Spritpreise helfen könnten. Spediteur Hubertus Kobernuss sieht die Verantwortung bei der Fahrzeugindustrie, die keine Alternativen zum Verbrennungsmotor schafft, und bei der Politik, deren Maßnahmen – wie die hohe Mineralölsteuer – er in Frage stellt. „Aber grundsätzlich fängt es bei jedem einzelnen an. Wenn alle Fahrer eine ökonomisch- und ökologisch-sinnvolle Fahrweise an den Tag legen, dann würden wir schon erhebliche Summen sparen“, meint Kobernuss. Seinen Taxifahrern sei das einfach nicht zu vermitteln, meint Taxiunternehmer Martin Freynik. Er hat für sein Unternehmen ein kleineres Auto mit lediglich vier Litern Verbrauch angeschafft, und will probieren, ob es sich lohnt ganz auf solche Wagen umzusteigen.

Hans-Joachim Leibrandt vom Busunternehmen rbb sieht in den Spritpreisen eher ein Politikum. „Für Verbraucher ist nicht durchsichtig, wer an welchem Hebel stellen kann. Es muss ein Regulativ her und irgendwas passieren. Sonst laufen uns die Spritpreise davon und die Verbraucher leiden darunter.“ Die würden sich auf Dauer nicht nur beim Tanken ärgern, sondern müssten auch damit rechnen, dass teurere Transportkosten auf sie abgewälzt würden.

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