Landkreis Uelzen kontrolliert ab sofort Unternehmen / Identifizierung von Kunden Pflicht

Kampf gegen Geldwäsche

Geldwäsche – ab sofort überprüfen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, ob es in Unternehmen mit rechten Dingen zugeht. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Es soll die Bevölkerung vor organisierter Kriminalität schützen und die Finanzierung von Terrorismusaktivitäten verhindern – das „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten“. Kurz: Geldwäschegesetz (GwG).

Gab es bislang keinerlei Kontrollen auf diesem Gebiet, sind in Niedersachsen seit 2012 die Landkreise und kreisfreien Städte damit beauftragt worden. Auch der Landkreis Uelzen.

„Wir haben Merkblätter zum Geldwäschegesetz online gestellt, die für jedermann einsehbar sind“, erklärt Edelgard Cohrs, Leiterin des Ordnungsamtes beim Landkreis. Vom Geldwäschegesetz betroffen sind alle zum Nichtfinanzsektor gehörenden Verpflichteten: Güterhändler, Finanzunternehmen, Versicherungsvermittler, Rechtsdienstleister, Dienstleister für Gesellschaften und Treuhandvermögen oder Treuhänder sowie Immobilienmakler. Bei ihnen wird der Landkreis Uelzen ab sofort kontrollieren, ob die sich aus dem GwG ergebenden Pflichten auch eingehalten werden.

Unternehmer der genannten Branchen müssen sicherstellen, „dass es sich bei ihrem Geld um solches handelt, das im Wirtschaftsfluss ist“, erklärt Edelgard Cohrs. Deshalb müssen sie künftig ihre Vertragspartner identifizieren, den Hintergrund der Geschäftsbeziehung abklären und Verdachtsfälle melden. Bei Güterhändlern müssen Barzahlungen über 15 000 Euro beispielsweise per Identifizierung abgesichert sein. Wenn zum Beispiel ein Kunde beim Juwelier Schmuck für 20 000 Euro kauft und bar bezahlt, müsse man einfach hellhörig werden, so Cohrs. Das Gleiche gelte unter anderem auch bei Barzahlungen im Autohandel.

Stichprobenartig werden zwei Mitarbeiter des Landkreises nun also Kontrollen durchführen, Buchführungen prüfen und „ein Gefühl für das Thema entwickeln“, wie die Ordnungsamtsleiterin sagt. Denn während das Thema Geldwäsche in anderen Bundesländern schon länger im Fokus sei, betrete man in Niedersachsen mit dem Gesetz gerade Neuland. „Wir wollen niemandem schaden“, betont sie, „aber wir müssen jetzt tätig werden und vor allem unserer Informationspflicht nachkommen.“

Die Merkblätter finden sich auf der Internetseite des Landkreises Uelzen: Kreisverwaltung/Ordnungsamt/„Die wichtigsten Aufgaben im Überblick“.

Von Ines Bräutigam

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