Von Woche zu Woche

Der Kampf ist eröffnet

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Ines Bräutigam

Der Kampf der Discounter um die besten Standorte in der Stadt Uelzen, denn gute Lagen sind rar.

Und die Stadt sollte diesen Wettbewerb auch nicht unterbinden. Schließlich spricht das Verhalten der Verbraucher eine ganz deutliche Sprache. Viele verteufeln die Discounter, bejammern das Sterben der kleinen Läden – und kaufen dann doch bei Aldi, Lidl und Co. ein. Um 49 Cent zu sparen, setzen sich Dorfbewohner auch ins Auto, um das Pfund Kaffee im großen Supermarkt auf der grünen Wiese vermeintlich günstiger zu kaufen. Vermeintlich, weil sie natürlich die verfahrenen Benzinkosten in ihrer Kalkulation völlig außer Acht lassen.

Diese Beispiele ließen sich beliebig fortführen. Und sie zeigen eines: Das Leben der heutigen Zeit verlangt nach Discountern. Die Verbraucher verlangen sie. Und deshab täte die Stadt Uelzen gut daran, sie nicht zu verhindern. Sehr wohl aber muss sie ihre Entwicklung moderieren, und genau das hat die Politik erkannt. Spätestens seit den unrühmlichen Debatten, die ein Hin und Her bei der Vermietung des neuen Marktcenters ausgelöst hatte, sind die Fraktionen und Gruppen offensichtlich hellwach.

Ob ein Aldi im Marktcenter gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt. Wichtig aber ist, dass die Uelzener Stadtpolitik diese Pläne hinterfragt. Und das tut sie. Nun wäre zwar das Ablehnen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zum Lebensmitteleinzelhandel ein Schießen mit Kanonen auf Spatzen und eine Änderung des Gutachtens – wie es mancher Abgeordnete am liebsten getan hätte – natürlich völlig absurd. Denn biegt man sich ein Experten-Gutachten sowieso so hin, wie man es gern hätte, kann man es auch gleich lassen.

Gut aber tut die Politik daran, gleich von Anfang an festzustellen, dass die Ohren gespitzt sind. Wie auch immer die Enscheidung für oder gegen Standorte von Discountern auch ausfallen mag, egal, ob und in welchem Maße der Erweiterung von Märkten stattgegeben wird – entscheidend ist, dass die Politik das Heft in die Hand nimmt und es auch behält. Sie ist der Pulsgeber der Stadt. Denn hier sitzen die gewählten Vertreter der Bürger. Die Politiker sind es, die, unterstützt von der Verwaltung, stellvertretend für die Menschen und ihre Stadt Entscheidungen treffen – mit gesundem Menschenverstand und Vernunft. Und niemand sonst. Gut, dass die Mehrheit im Stadtentwicklungsausschuss das jetzt unmissverständlich klar gemacht hat.

Von Ines Bräutigam

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