Mitarbeiter der Forst haben bei frostigen Temperaturen leichteres Arbeiten

Kälte hilft bei Holzeinschlag

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Uelzen/Landkreis. Der erste Schnee: Er lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Die Mitarbeiter der Forst können dem weißen Pulver und den Winter-Temperaturen auch etwas abgewinnen, wie Forstamtsleiter Armin Menge im AZ-Gespräch erklärt.

In den vergangenen Wochen hatte das feucht-nasse Wetter des Herbstes die Böden aufgeweicht, sodass der Einschlag und das Holzrücken zur Herausforderung wurden. „Die Männer waren mit Motorsägen im Gelände zugange, mussten bei den Bodenverhältnissen besonders aufpassen“, sagt Armin Menge.

Ein Arbeit unter erschwerten Bedingungen. Das trifft auch für den Abtransport geschlagener Bäume zu. Selbst moderne Verfahren mit Spezialfahrzeugen zur Holzbringung stoßen dann an ihre technischen Grenzen. Seit zwei Jahren setzt das Forstamt Uelzen deshalb auch auf mobile Seilkrananlagen an alten Moorstandorten im Landkreis ein. Auf teilweisen über ein Kilometer langen Seillinien werden in der Fläche geerntete Stämme durch die Luft zu Sammelplätzen an Waldwegen transportiert und können dort weiter bearbeitet werden. Das Verfahren ist allerdings deutlich teurer als die herkömmliche Holzrückung mittels Forwarder oder Seilschlepper“, erläutert der Forstamtsleiter. Das Erzielen von hohen Erträgen stehe aber aktuell nicht im Vordergrund. Vorrangiges Ziel sei, die bis dato stammzahlreichen Erlenbestände zu pflegen und die Kronenenwicklung und Zuwachsleistung der besten Bäume zu fördern.

Rund 280 000 Festmeter Holz würden pro Jahr auf Flächen des Forstamtes Uelzen, das für 61 000 Hektar zuständig ist, eingeschlagen, so Menge. Davon seien aber nur geringe Mengen Schadholz, das wegen Stürme eingeschlagen werden musste. „In den vergangenen Jahren gab es nur zwei, drei Windrosen, die durch die Waldstücke fegten“, sagt der Forstamtsleiter. Etwa 4500 bis 5000 Festmeter Holz hätten deshalb aus den Beständen herausgezogen werden müssen.

Mit dem Einbruch des Winters und den zu erwartenden Minustemperaturen werden die Böden nun wieder härter. Ein Vorteil bei der Holzernte, die besonders in den Wintermonaten vorangetrieben wird. Die Seilkrantechnik wird dennoch weiter genutzt, schließlich könnte auch große Schneemengen das Einschlagen behindern. Die Maschinen arbeiten voraussichtlich bis Februar auf Privatwaldflächen bei Eimke, Ellerndorf, Bargfeld und Wichtenbeck. Das Holz werde zum Teil für die Holzindustrie vermarktet, sagt Menge. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, Brennholz in Mengen ab zehn Raummetern abfuhrgünstig vor Ort zu erwerben. Wer Interesse habe, könne sich an das Forstamt Uelzen unter Telefon (0581) 946 39 12 oder an Förster Hans-Christian Kirchstein unter (0151) 26 42 58 25 wenden.

Von Norman Reuter

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