Druckwelle in Stadtwerke-Gebäude war Folge von Störung im Stromnetz

Enorme Verpuffung in Uelzens Stadtwerken: Kabelfehler löst Kettenreaktion aus

Die Druckwelle hat Schäden im und am Gebäude der Netzstation auf dem Rahlande verursacht. Die Uelzener Feuerwehr und die Polizei waren im Einsatz.
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Die Druckwelle hat Schäden im und am Gebäude der Netzstation auf dem Rahlande verursacht. Die Uelzener Feuerwehr und die Polizei waren im Einsatz. 

Uelzen – Die Frage, wie es zur Störung im Stromkabel gekommen ist, bleibt zunächst weiter unbeantwortet.

Fest steht indes aber: Die Störung hatte massive Folgen und ist auch für den Feuerwehr-Einsatz in der Netzstation der Uelzener Stadtwerke auf dem Rahlande verantwortlich gewesen. Das habe die Schadensanalyse gezeigt, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht.

In der Netzstation untergebracht ist eine sogenannte Erdschluss-Spule – solche Spulen dienen dazu, Folgen einer Kabelstörung abzufangen. Im vorliegenden Fall habe die Spule die Arbeit aufgenommen, erläutert Albrecht. Aufgrund der langen Störungsdauer löste die Sicherung der Spule aus – hierbei kam es, wie die Sprecherin weiterhin ausführt – zu einem „bei derartigen Belastungen nicht auszuschließenden Kurzschluss, der zu einem Überdruck in der technischen Schalteranlage in der Netzstation führte“.

Die Druckwelle war so gewaltig, dass ein lauter Knall zu hören war, Fensterscheiben der Netzstation gingen zu Bruch, Augenzeugen berichten auch von einer Rauchentwicklung. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich niemand in dem Gebäude, verletzt wurde so niemand. Der Vorfall löst einen Großeinsatz der Uelzener Feuerwehr aus – aufgrund des Stromausfalls war es für die Brandbekämpfer schwerer auszurücken.

Die Tore des Feuerwehrgerätehauses an den Bartholomäiwiesen werden für gewöhnlich elektrisch geöffnet, sodass die Mannschaften mit Einsatzwagen ausrücken können. Wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Jürgen Kaune berichtet, hätten die Tore wegen des Stromausfalls manuell geöffnet werden müssen. Ein Gerätewart habe sich darum gekümmert, die Tore zu entriegeln und nach oben zu drücken, während sich die Brandbekämpfer für den Einsatz einkleideten. „Es gibt einen Telefondienst für die Gerätewarte“, so Kaune. Der Vorfall von Dienstag habe gezeigt, wie notwendig er sei.

Der Stromausfall hat auch in Unternehmen mitunter dazu geführt, dass über Stunden Maschinen stillstanden. Eine Sprecherin spricht von „ehrheblichen Spätfolgen“ für das Uelzena-Werk (siehe Seite 1).

Stadtwerke-Mitarbeiter haben noch am Dienstag damit begonnen, die Schäden in der Netzstation zu reparieren. Sicherungs- und Schaltanlage sowie die E-Spule sollen bis Freitag wieder funktionieren. Franziska Albrecht: „Die aktuellen Ersatzmechanismen laufen reibungslos und die Stromversorgung ist ohne Beeinträchtigung sichergestellt.“ Was die Schadenshöhe für die Stadtwerke betrifft, so konnte gestern dazu noch keine Aussage getroffen werden. VON NORMAN REUTER

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