Aus dem Uelzener Amtsgericht

Junge Frau bestiehlt ihren Vater: „Ich bin ausgerastet“

Insgesamt 200 Euro hat die Angeklagte vom Konto ihres Vaters abgehoben – mit dessen Erlaubnis, wie sie sagt.
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Insgesamt 200 Euro hat die Angeklagte vom Konto ihres Vaters abgehoben – mit dessen Erlaubnis, wie sie sagt.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Uelzen – Es geht um 200 Euro. Eine heute 19-Jährige aus Ebstorf soll im August das Geld unerlaubt vom Konto ihres Vaters abgehoben haben. So lautet die Anklageschrift, die jetzt im Uelzener Amtsgericht verlesen wurde.

Am 4. und am 5. August dieses Jahres soll die Angeklagte im Alter von 18 Jahren jeweils 100 Euro abgebucht haben.

„Ich habe das Geld abgeholt“, gibt die 19-Jährige zu. Ihr Vater habe ihr seine Kontokarte und -daten gegeben und erlaubt, das Geld zu behalten. Ursprünglich habe sie ihrem Vater, der seit Juli im Pflegeheim untergebracht ist, mit dem Geld Zigaretten, Süßigkeiten und Klamotten kaufen wollen.

Dazu kam es jedoch nicht. „Ich bin ausgerastet“, sagt die Ebstorferin und spricht von epileptischen Anfällen. Sie sei von zu Hause weggelaufen und habe im August bei Freunden in Uelzen gewohnt. Daher habe sie auch das Geld behalten – obwohl der Betreuer des Vaters sie bereits zuvor darauf hingewiesen hatte, dass das Geld für das Pflegeheim bestimmt sei. Der Betreuer war außerdem als Zeuge geladen, wurde nach der Aussage der Angeklagten aber nicht mehr benötigt.

Die 19-Jährige bot an, das Geld in monatlichen Raten à 50 Euro zurückzuzahlen. Inzwischen habe sie eine Arbeit auf 450-Euro-Basis. Richterin Claudia Hagemann und die Staatsanwaltschaft stimmten dem Vorschlag zu – auch weil die Angeklagte keine Vorstrafen habe.

Das Verfahren wurde damit vorläufig eingestellt. Die Ebstorferin hat vier monatliche Raten à 50 Euro zu zahlen, die mit den vom Sozialamt ausgelegten Heimkosten verrechnet werden. Erst danach wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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