Chabos und Plymouth Rocks

Junge und ältere Züchter bei Rassegeflügel- und Kaninchenschau in der Uelzener Viehmarkthalle

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Stolzer Hahn mit jungem Züchter: Lucas Sanke war auch mit eigenen Hühnern vor Ort. 

Uelzen. Sie stehen dicht an dicht in langen Reihen. Die Käfige mit Enten, Gänsen, Hühnern und Tauben.

Vereinsvorsitzender Matthias Behn feiert mit dem Uelzener Zuchtverein im kommenden Frühjahr 125-jähriges Bestehen.

„Was meinen Sie, was hier los ist, wenn ich morgens zum Füttern das Licht anschalte?“, fragt der erste Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Uelzen und Umgebung, Matthias Behn. „Dann hebt ein Schnattern an, dann wird gekräht: hell von den Zwerghühnern, dunkel von den großen Brahma. “.

Fachkundige diskutierten über die ausgestellten Tiere.

Und auch zur Eröffnung der zweitägigen Rassegeflügelschau mit Züchtern aus nah und fern am Sonnabendvormittag in der Uelzener Viehmarkthalle lassen sich die Hähne nicht lumpen. „Ich halte noch selten ein Grußwort, wenn im Hintergrund gekräht wird“, sagt Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt lächelnd. Auch seine Amtsvorgänger Otto Lukat und Günter Leifert sind gekommen. Und die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann ist mit ihrer Enkelin da.

Lühmann würdigt das Engagement der Jungzüchter, die wissen, „dass das nicht von allein funktioniert, sondern man sich kümmern muss“. Es sei gut, dass „die Züchter sich untereinander zeigen, was man geschafft hat“. Die Bundestagsabgeordnete spricht aus Erfahrung: Einen Hahn, neun Hennen und zehn Küken haben die Lühmanns.

In der Viehmarkthalle sind 340 Tiere ausgestellt. Hinzu kommen noch die zahllosen Kaninchen des Uelzener Zuchtvereins F 129. So stellt in der Halle auch die Jugend aus. Der neunjährige Joost Sopniewski etwa nimmt eines seiner Tiere für ein Foto auf den Arm. Warum Kaninchen? „Weil sie so angenehme, schöne Tiere sind“, sagt seine Mutter. Und auch die Geflügelzüchter sind stolz auf ihren Nachwuchs: Von 70 Mitgliedern im Geflügelzuchtverein sind zehn im jugendlichen Alter.

Dafür, dass es nicht nur beim Ausstellen der Tiere bleibt und Besucher durch die Reihen schlendern, sorgen dann die Wertungsrichter. Am Donnerstag, 29. November, waren die Tiere angeliefert, am Freitag die Preisträger ermittelt worden – und am Wochenende folgte dann die Präsentation. Leistungspreise auf Hühner wurden von Landrat Heiko Blume gestiftet, Zuchtpreise von der Stadt Uelzen und Ehrenbänder des Landesverbands und des Kreisverbandes sowie Uhlenbänder vergeben.

Während der Ausstellung fallen vor allem die Hühnerrassen mit ihren exotischen Namen wie „Plymouth Rocks“, „Zwerg-Welsumer“ oder „Chabos“ auf. Letztere Zwerghühner hat unter anderem der erste Vorsitzende mitgebracht. „Da gibt es Gelockte, die aussehen, als hätten sie einen Stromschlag bekommen“, sagt Behn.

Bei so viel Humor kann das Jahr 2019 mit der nächsten großen Kreisverbandsschau ja kommen.

Von Christian Holzgreve

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