Einsatz mit Stahlbesen und Bürsten

Uwe Judat tourt täglich im Kehrwagen durch das Uelzener Stadtgebiet

Über ein Tablet ruft Uwe Judat die Tour ab, die ihm für den Tag zugewiesen worden ist. Im Kehrwagen selbst ist auch viel Technik verbaut.
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Über ein Tablet ruft Uwe Judat die Tour ab, die ihm für den Tag zugewiesen worden ist. Im Kehrwagen selbst ist auch viel Technik verbaut. 

Uelzen – Uwe Judat mag es ordentlich. Das passt zum Beruf. Der 61-Jährige sitzt seit vielen Jahren hinterm Steuer eines Kehrwagens.

Mit den Rundbesen am Wagen werden die Gossen gefegt. Nach einer Woche müssen sie ausgetauscht werden.

Mit zehn Stundenkilometern fährt er Uelzens Straßen ab – auch an diesem Morgen: Mit 2.700 Umdrehungen fegen die Kehrbesen am Wagen den Unrat aus der Gosse und von der Fahrbahn; Kippenstummel, Dosen, herabgefallene Äpfel oder Blätter werden schließlich schlürfend in den „Bauch“ des Fahrzeugs gesogen.

553 Straßen gibt es im Uelzener Stadtgebiet. 359 von ihnen werden regelmäßig mit Kehrwagen der Stadt gereinigt. „Nur durch die Kontinuität wird’s dann auch sauber“, sagt Judat. Es ist eine Leistung wie der Winterdienst, für die Bewohner zu bezahlen haben. Nach einschlägigen Gerichtsurteilen werden in Uelzen nun die Gebühren neu berechnet.

Über ein Tablet ruft Uwe Judat die Straßen ab, die er am Tag abzufahren hat. Nordallee, Losekamp, An der Zuckerfabrik sind unter anderem bei dieser Tour an der Reihe. Mit den seitlich angebrachten runden Stahlbesen – nach einer Woche sind sie auszutauschen – werden die Gossen gefegt. Unterm Wagen dreht sich eine Bürsten-Rolle. So werden mit der Fahrt 2,60 Meter in der Breite gereinigt. Nicht zuständig ist Judat für Parkbuchten und Gehwege. Hierfür sind die Einwohner zuständig, so regelt es eine Satzung.

Im Herbst fallen die Blätter, was für Anlieger mehr Arbeit bedeutet – und mancher macht es sich einfach. Judat berichtet von Fällen, bei denen Laubhaufen von Uelzenern auf die Straße gefegt werden, damit sie von der Kehrmaschine aufgenommen werden. Das aber sei ein Eingriff in den Straßenverkehr, sagt Judat. Was sei, wenn ein Kind auf dem Rad durch das ganze Laub ins Schlingern gerate und stürze, fragt er. Zumal: „Oft liegen auch Äste in den Haufen“. Diese könnten auch die Technik am Fahrzeug beschädigen.

Judat kann Gänge höher schalten, kann so auch mit 12 Stundenkilometern fegen. Eine höhere Geschwindigkeit sei nicht ratsam, wenn alles sauber werden solle. Sind die Besen ausgefahren, weisen gelbe Signalleuchten am Fahrzeug darauf hin, dass hier ein Kehrwagen im Einsatz ist. „Autofahrer haben es immer eilig“, sagt Judat. So erlebt er schon mal eigenwillige Überholmanöver. Oder auch trotz der Parkverbote an den Straßen abgestellte Fahrzeuge, um die er herumfahren muss. „Früher habe ich mich darüber aufgeregt, heute bleibe ich ruhig“, sagt er. Mit konzentriertem Blick schaut Judat, ob er über die eingebauten Joysticks in der Fahrerkabine die seitlichen Besen neigen muss, damit möglichst viel Unrat aufgenommen wird. „Es geht ja schließlich um Sauberkeit.“

VON NORMAN REUTER

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