Spargelbauern im Landkreis verlängern Spargelsaison nicht / Ernte von „fantastisch“ bis mäßig

An St. Johannis ist Schluss

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Noch bis Sonnabend stechen die meisten Spargelbauern im Landkreis Uelzen das Edelgemüse, danach gibt’s nichts mehr. Eine Verlängerung kommt für sie aus vielerlei Gründen nicht in Frage.

Uelzen/Landkreis. Eine Verlängerung der Spargelsaison? Das kommt für die Spargelbauern im Landkreis Uelzen nicht in Frage.

Während andernorts wegen des holperigen Starts in die Saison des edlen Gemüses auch nach dem St. -Johannis-Tag am 24. Juni, dem traditionell letzten Tag der Spargel- und auch der Rhabarbersaison, noch die weißen und grünen Stangen gestochen werden, ist bei den meisten in Stadt und Kreis Schluss mit Stechen.

„Eine Verlängerung der Saison gibt es bei uns grundsätzlich nicht“, sagt Oliver Brink vom gleichnamigen Spargelhof in Langenbrügge. Auch wenn die Saison wetterbedingt zwar kurz gewesen und die Ernte daher nach ersten Erkenntnissen eher „durchschnittlich“ sei, werde man an diesem Wochenende aufhören, auf den Feldern Spargel zu stechen. „Eine Verlängerung findet eigentlich nur auf Anlagen statt, die ‘totgestochen’ werden“, weiß Brink. Das sind Felder, auf denen die Spargelpflanzen schon älter sind und die gerodet werden sollen.

Auf Anlagen, die noch in der Produktion stehen, sollte man möglichst nicht über den Juni hinaus stechen, denn die Spargelpflanzen bräuchten eine gewisse Zeit, um sich zu regenerieren, sagt Brink. „Eigentlich möchte der Spargel ja ein kleines Bäumchen werden, aber durch das Stechen hindern wir ihn ja daran.“ Durch das Beenden des Stechens könne der Spargel eine Pflanze ausbilden und dadurch Kraft für die nächste Saison schöpfen. Dafür habe er nur noch eine Vegetationszeit von Juli bis September, gibt Brink zu bedenken. Im Durchschnitt bleiben Spargelpflanzen zehn Jahre auf den Feldern, bevor sie gerodet werden, und je jünger die Pflanzen, desto höher der Ertrag.

Sein Wichtenbecker Kollege Hinrich Niemann bestätigt genau das. Obendrein habe er auch festgestellt, dass für die meisten Kunden mit dem St.-Johannis-Tag auch der Appetit auf Spargel versiege. Die Stangen seien damit ein feines Saisongemüse, das eben nicht immer und überall verfügbar sei, und das finden Niemann und Brink auch richtig so. Unter anderem habe man das daran gemerkt, dass Kunden beinahe täglich nach dem Edelgemüse verlangten – wohlwissend, dass die Saison kurz ist.

Auch Hinrich Niemann lässt seine Spargelfelder ab Sonnabend ruhen. Ernte habe man noch „ein bisschen mehr“ eingefahren als noch im vergangenen Jahr – nicht zuletzt, weil die Wichtenbecker statt bislang auf drei Hektaren auf nunmehr fünf Hektaren Folientunnel angebracht hatten. „Obwohl die Saison also etwa zwei Wochen später angefangen hatte, ist es doch noch ziemlich gut gelaufen“, resümiert Niemann.

Spargelbäuerin Elke Bock aus Groß Malchau schwärmt von einer Saison, die „fantastisch gelaufen“ sei und blickt auf ein „sehr entspanntes Jahr“ zurück, dass deutlich besser gewesen sei als 2012. Trotz der schwierigen Anfangsphase führe sie das zurück auf eine gewisse Menge, die sie von ihren noch recht jungen Anlagen ernten könne, aber auch auf die Folie, die den Spargelsprossen einheize und sie zum Wachsen bringe.

In Ebstorf spricht Ute Drewes vom gleichnamigen Spargelhof verhalten von der gelaufenen Saison. „Das war nicht üppig dieses Jahr, aber es hat uns nicht so hart getroffen“, sagt sie. Man nutze aber auch keine Folien oder Folientunnel, um das Spargelwachstum zu beschleunigen. Denn dass es bereits im April Spargel gebe, finde Ute Drewes „nicht normal“, erster Spargeltag sei traditionell der 1. Mai oder auch mal drei oder vier Tage früher oder später. „Die Leute, die Spargel essen wollen, die tun das im Mai“, hat sie beobachtet. Werde die Ernte künstlich hinausgezögert, habe das ihrer Meinung nach mit Spargelsaison nicht mehr viel zu tun. „Die Leute sind dann satt, haben schon die nächste Saison im Blick – Erdbeeren zum Beispiel.“

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