Agentur für Arbeit reagiert auf veränderte Arbeitswelt

Jobberatung im Kreis Uelzen wird individueller

Um den Trend der rückläufigen Arbeitslosenzahlen beizubehalten, investiert die Agentur für Arbeit in breitere Beratungsangebote.
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Um den Trend der rückläufigen Arbeitslosenzahlen beizubehalten, investiert die Agentur für Arbeit in breitere Beratungsangebote.

Uelzen/Landkreis – Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Uelzen sinkt. 2019 belief sich die Zahl auf 2359 – ein historischer Tiefstand. Laut Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, könnte diese Entwicklung anhalten.

„Im schlimmsten Fall stagniert die Zahl“, gibt sich Kuechler-Kakoschke optimistisch.

Dem positiven Trend möchte man mit konkreten Maßnahmen nachhelfen. So soll unter anderem die Beratung für Jugendliche, Arbeitssuchende, Beschäftigte und Unternehmen intensiviert werden. „Arbeit wird immer individueller“, weiß Kuechler-Kakoschke – die Beratung müsse es daher auch werden.

Kerstin Kuechler-Kakoschke, Agentur für Arbeit.

„Wir wollen mit der Beratung vor Ort sein“, erklärt Kuechler-Kakoschke etwa das Engagement, dass Berufsberater an jeder Schule, die sie betreuen, einen Tag pro Woche anwesend sind und für Fragen der Schüler zur Verfügung stehen.

Beschäftigen möchte man wiederum bei Fragen zu Digitalisierung und Strukturwandel zur Seite stehen. So unterlag beispielsweise das Bankenwesen einer Umstrukturierung mit immer weniger personeller Beratung. Auf solche Fälle sollen die Beschäftigten vorbereitet sein.

Doch auch die Unternehmen haben laut Kuechler-Kakoschke besonders in Hinblick auf den Fachkräftemangel Beratungsbedarf. In beratenden Tätigkeiten könne man Unternehmen hier unter die Arme greifen, indem etwa der Internetauftritt verbessert wird.

Arbeitsuchende sollen beim Erlangen hilfreicher Qualifizierungen unterstützt werden – dies sei „das entscheidende Kriterium“, so Kuechler-Kakoschke. Darüber hinaus soll das neue Teilhabechancengesetz Perspektiven für Langzeitarbeitslose eröffnen.

„Im letzten Jahr hat sich dieses Programm als absolut gewinnbringend erwiesen“, freut sich Andreas Rösler, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Uelzen. 2019 seien so 32 Menschen wieder in Arbeit gebracht worden. Dafür bedarf es aber laut Rösler hoher Investitionen: Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslose einstellen, werden bis zu fünf Jahre gefördert – in den ersten zwei Jahren mit 100 Prozent des Mindestlohns. Es sei zwar nicht immer einfach, die betroffenen Personen zu erreichen, doch, da ist sich Rösler sicher: „Auf Dauer lohnt sich diese Investition.“

VON DANIEL BIELING

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