Jetzt droht ein Tarif-Chaos

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Metronom will künftig eigene Fahrkarten verkaufen - dann könnte ein Tarif-Chaos drohen.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Mit dem Fahrplanwechsel kommenden Sonntag wird es für Bahnreisende in Stadt und Kreis Uelzen noch komplizierter, die richtige Fahrkarte zu kaufen – und in manchen Bahnhöfen wie Bienenbüttel ist es wahrscheinlich in bestimmten Fällen gar nicht mehr möglich: Denn die Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom plant parallel zur Inbetriebnahme des so genannten Hanse-Netzes die Einführung eines eigenen Tarif- und Vertriebssystems.

Gab es bislang im Nahverkehr einheitliche Preise für Bahn und Metronom, so will die private Gesellschaft künftig eigene Fahrkarten anbieten. Entsprechend wurden schon in verschiedenen Bahnhöfen zusätzlich zu den Fahrkartenautomaten der Bahn blau-gelbe Automaten des Metronom aufgestellt.

Vor allem in kleineren Bahnhöfen wie Bienenbüttel bedeutet das eine deutliche Einschränkung des Services. Denn die Bahn wird ihre Automaten dort abbauen. Und an den Metronom-Automaten soll es laut Fahrgastbeirat nur noch Tickets für die Metronom-Linien geben. Fernverkehrsverbindungen kann man dort nicht aufrufen und auch keine Umsteige-Fahrkarten oder Sparpreise für ICE- oder IC-Züge kaufen.

Metronom will durch das eigene Vertriebssystem zum einen weniger Provisionen an die Deutsche Bahn für deren Fahrkartenverkauf zahlen, zum anderen soll dieser Schritt auch Auswirkungen auf die Fahrgeldaufteilung in Verkehrsverbünden wie dem Hamburger Verkehrsverbund haben, in dem der Metronom ebenfalls fährt.

Beim Uelzener Unternehmen will man sich noch nicht in die Karten schauen lassen und verweist auf eine Pressekonferenz zu diesem Thema am kommenden Freitag, also nur zwei Tage vor der Einführung.

Was dort als Erfolg verkauft werden soll, ist für den Fahrgastbeirat ein Schritt zurück. „Der Dumme ist der Kunde, der Tarifdschungel wird noch undurchsichtiger“, sagt Beiratssprecher Klaus Steinfatt. Überhaupt sei der Metronom für den Fahrgastbeirat zum „Sorgenkind“ geworden, so Steinfatt: „Es gibt einen dramatischen Qualitätsverlust bei dem Unternehmen“.

Lesen Sie in der Dienstagsausgabe der AZ: „Der Lokführer brüllte nur noch“ – Fahrgastbeirat kritisiert beim Metronom Qualitätsverlust und verunsicherte Mitarbeiter.

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