Pflegeheime und Kliniken in der Region reagieren / Arzt: Trinken ist A und O

Jetzt drohen Hitzenotfälle

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Senioren verlieren das Durstgefühl. Ellen Cullemann stellt in der DRK-Tagespflege sicher, dass die Gläser der Senioren gefüllt sind. Der 83-jährige Werner Moreyko nimmt das Angebot gerne an. 

Uelzen/Landkreis. Es ist der Sommer der Superlative: Die Zahl der Sonnentage – rekordverdächtig. Und mit gefühlten 37 Grad im Landkreis werden heute auch noch einmal bei den Temperaturen neue Höchstwerte erreicht.

Darunter leidet nicht nur die Natur (AZ berichtete); die Hitze setzt auch den Menschen zu, besonders Kranken, Kindern und Senioren. Befürchtet werden Hitzenotfälle.

Kliniken, Seniorenheime und Pflegedienste in der Region reagieren. Rüdiger Schlechter vom DRK-Kreisverband berichtet beispielsweise, dass die Mitarbeiter in der Pflege angehalten sind, bei den zu betreuenden Menschen auf die Flüssigkeitszufuhr zu achten. „Es werden Trinkprotokolle erstellt.“

Das Trinken ist in diesen Tagen das A und O, erklärt der Ärztliche Direktor des Uelzener Helios Klinikums, Dr. Wolfang Mönch, auf AZ-Anfrage: Erwachsene sollten täglich mindestens einen bis 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. „An besonders heißen Tagen darf es auch mehr sein. Am besten sind Wasser und nicht gesüßte Tees.“

Eine durch die Hitze besonders gefährdete Gruppe: die Senioren. Bei ihnen geht das Durstgefühl verloren, es kann leicht zu einem folgenreichen Flüssigkeitsmangel kommen. Wolfgang Mönch: Bei älteren Menschen könne ein ausgeprägter Flüssigkeitsmangel ein akutes Nierenversagen verursachen. Auch Herzinfarkt oder ein Schlaganfall könnten wegen der Verschlechterung des Blutflusses eine Folge des verminderten Wassergehaltes im Körper sein. Wie beim DRK werden auch im Klinikum Trinkpläne für die Patienten erstellt.

Angesichts der Lage werden Einrichtungen auch erfinderisch. Als Alternative zu vollen Wassergläsern friert beispielsweise die Ergotherapie in der Uelzener Seniorenresidenz an der Rosenmauer Fruchtsaft in Förmchen zu eiskalten „Pralinen“. Das erfrische und sorge für eine Flüssigkeitszufuhr, schildert Ergotherapeutin Anne-Kathrein Agha.

Von Norman Reuter

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