Schwangeren- und Eheberatung gehen neue Wege / Gesprächsrunden für Paare, die Kinder erwarten

Jenseits des Elternglücks

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Wollen neue Wege gehen in der Beratung von Schwangeren und werdenden Eltern: Stefanie Kulinna (li.) und Heike Kwaschnowitz planen den Kurs „Wir werden eine Familie“. 

Uelzen/Landkreis. Die Geburt eines Kindes ist nicht nur ein Glücksmoment. Für die Eltern startet ein Lebensabschnitt, in dem weniger Zeit für die Partnerschaft bleibt. Das kann belastend sein, wie Heike Kwaschnowitz aus Gesprächen mit Paaren weiß.

Als Ansprechpartnerin der Ehe-, Lebens- und Familienberatung des Vereins „Lebensraum Diakonie“ am Uelzener Hasenberg suchen immer wieder Menschen den Kontakt zu ihr, für die es nicht nur das Elternglück gibt. „Manchmal ist die Verzweiflung groß“, sagt Kwaschnowitz.

Stefanie Kulinna arbeitet unter dem gleichen Dach wie Kwaschnowitz – ist für die Beratung von werdenden Müttern zuständig; sie hört bereits von Sorgen, noch bevor es zur Geburt kam. „Es werden vor allem finanzielle Hilfen benötigt, um das Kind versorgen zu können“, sagt Kulinna. Auch zu fehlendem Wohnraum führe sie Gespräche.

Kwaschnowitz und Kulinna reagieren auf den Beratungsbedarf und gehen neue Wege: Werdende Eltern erhalten von Ende Februar an die Möglichkeit, nicht nur mit den beiden Beraterinnen, sondern auch mit anderen werdenden Eltern ins Gespräch zu kommen, womöglich Netzwerke zu knüpfen. „Wir werden eine Familie“ ist ein Kurs überschrieben, der sich bewusst an jene Paare richtet, die gerade erst erfahren haben, dass sie Eltern werden. „Die sich Fragen stellen wie: Welche Verantwortung kommt auf mich zu? Was bedeutet das Elternsein für die Partnerschaft und den Freundeskreis?“, schildert Kwaschnowitz.

Fünf Abende und ein Baby-Nachtreffen sind geplant (Siehe auf einen Blick). An einem Abend erhalten werdende Väter und Mütter jeweils losgelöst von einander die Möglichkeit, ihre Gedanken vorzutragen. Das falle ohne den Partner an der Seite leichter, sagt Kwaschnowitz.

Die beiden Beraterinnen vom Hasenberg hoffen, dass sie mit dem jetzt eingeschlagenen Weg einen Beitrag dazu leisten können, dass werdende Eltern besser vorbereitet sind für den neuen Lebensabschnitt. Die beiden wissen aber auch, dass sie weiterhin als Beraterinnen benötigt werden. Wie Heike Kwaschnowitz schildert, sei der Beratungsbedarf mit dem höheren Anteil an Migranten in Bevölkerung noch einmal gestiegen.

Von Norman Reuter

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