Wo jeder jeden kennt

50 Jahre Siedlung Kattenkapm – das war Grund zu feiern.

Uelzen-Oldenstadt - Von Angelika Jansen. „50 Jahre und kein bisschen greise“ könnte die Siedlergemeinschaft Kattenkamp zu ihrem Jubiläumsfest im Oldenstädter Rauchhaus gesungen haben. Die Siedlergemeinschaft „Kattenkamp“ Oldenstadt-West im Verband Wohneigentum Niedersachsen gründete sich 1960 bei einer Gründungsversammlung am 16. Juni im Gasthaus Bartels in Neu-Ripdorf. Das Bauland, auf dem die Siedlung Oldenstadt–West entstanden ist, hatte die damalige Gemeinde Oldenstadt als Bauland ausgewiesen.

„Ende 1959 standen die ersten Häuser“, heißt es in der Chronik, die Susanne Löw, jüngeres Mitglied der Siedlergemeinschaft beim Jubiläumsfest in Auszügen vortrug, „damals noch ohne Kanalisation, Trinkwasser und fertiggestellte Straßen.“ Durch die Siedlergemeinschaft, dem dahinter stehenden Verband und dem entschiedenen Auftreten einer starken Gemeinschaft konnten die damals schon üblichen Standards einer Wohnbebauung eingefordert und durchgesetzt werden.

„Wir hatten es damals schwer“, erzählt ein Gründungsmitglied. „So haben wir das Wasser mit Eimern rangeschleppt“, zeigt die Seniorin auf ein Bild in der Chronik, „das war unsere Nachbarin.“

„Wir wurden so herzlich aufgenommen in der Siedlergemeinschaft“, erzählt ein Vater, der seit 1988 seine Kinder in der Siedlung aufzog. Obwohl er und seine Frau keine „Vereinsmeier“ seien, sind sie 2002 in die Siedlungsgemeinschaft eingetreten, „weil es ein gutes Gefühl der Zugehörigkeit machte“. Sie erreichten gemeinsame Ziele, die sie auf Versammlungen beschlossen, feierten Kinder und Straßenfeste, trafen sich zu Knobel- und Skatabenden, feiern Freiluftgottesdienste auf ihrem Bolzplatz und begehen die Adventszeit mit einem „lebenden Adventskalender“. „Ein schöne Art, die Menschen in der Nachbarschaft kennen zu lernen, wenn man sie ohnehin nicht schon von anderen Gelegenheiten kennt“, meint ein junges Paar, das mit seinen drei Kindern erst kürzlich eingezogen ist.

Der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Mario Clemens ist sehr zufrieden mit dem Fest, das sich die 114 Mitglieder zum Jubiläum gönnen und sich so viel zu erzählen haben, begeistert er sich vor allem über das Engagement der jüngeren Generation. „Sie leisten bis heute einen Beitrag zur Wohnraumversorgung und zur Wohn- und Lebensqualität Uelzens“, lobte Otto Lukat anerkennend. „Bewahren sie sich das dörfliche Miteinander am Rande der Stadt, bei dem fast jeder jeden kennt und die gegenseitige Hilfe unter Nachbarn eine Selbstverständlichkeit ist“, gratulierte derweil Klaus Knust Ortsbürgersmeister Oldenstadts, der starken Gemeinschaft.

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