Neue Regelung zu Ersatzpflanzungen in der Stadt / Grünen-Gruppe nicht zufrieden

Jeder gefällte Baum wird ersetzt

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Wird in Zukunft die Motorsäge zur Fällung eines Straßenbaumes angeworfen, so ist die Stadt dann verpflichtet, einen neuen Baum zu pflanzen. 

Uelzen – Jeder gepflanzte Baum an Straßen und in Parkanlagen kostet die Hansestadt Uelzen Geld. Weil die Stadt auf Geheiß der Politik zu sparen hatte, wurde in den vergangenen Jahren nicht jeder gefällte Baum auch wieder ersetzt. Das wird künftig anders sein.

Die Politik hat jetzt entschieden: Für jeden Baum, der gefällt wird, ist ein neuer zu pflanzen. Die Ratsgruppe aus Grünen, FDP, Linke und Piraten hatte sich sogar dafür stark gemacht, dass für jeden entnommenen Baum zwei neue gesetzt werden.

Es war auch diese Ratsgruppe um ihren Vorsitzenden Karl-Heinz Schmäschke, die das Thema aufs Tapet hob. Vorgerechnet wurde den Ratskollegen und der Verwaltung, dass Uelzen binnen drei Jahren (2015 bis 2017) gut 140 Bäume „verloren“ habe – weil eben nicht jede Fällung eine Nachpflanzung zur Folge hatte. Bäume seien aber Sauerstoff-Produzenten und Nahrungsquelle für die Insekten, argumentierte die Gruppe in Sachen Baumpflanzung.

Mit dem angestrebten Verhältnis von zwei zu eins konnte sich die Gruppe in der Ratspolitik aber nicht durchsetzen. Stattdessen folgte eine Mehrheit der SPD, die ein Verhältnis von eins zu eins vorschlug, als – wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Knust betont – sich herauskristallisiert habe, dass die Ratsgruppe um Karl-Heinz Schmäschke mit ihrem Verhältnis keinen Erfolg haben würde. „Wir wollten nicht, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen“, so Knust. Und er sagt: „Mit der jetzt gefundenen Regelung halten wir einen Standard.“

Karl-Heinz Schmäschke indes bleibt dabei: Es müssten eigentlich zwei Bäume für einen gefällten gepflanzt werden, damit jene Bäume ersetzt würden, die in den vergangenen Jahren der Stadt verloren gegangen seien. Zudem: Die Stadt wachse auch durch neue Wohngebiete. Bleibe es dabei, dass für jeden gefällten Baum nur ein neuer gesetzt werde, werde angesichts der größeren Stadtfläche auch nicht mehr die Dichte an Bäumen erreicht, ärgert sich der Gruppen-Vorsitzende. „Alle reden vom Klimawandel, hier hätten wir was machen können“, so Schmäschke.

Bäume werden aber nicht nur als Beitrag für den Klimaschutz gesehen – für Anlieger sind sie an den Straßen auch ein Ärgernis. Wie Bürgermeister Jürgen Markwardt im Zusammenhang mit der neuen Pflanzregelung sagte, würden sich die Bürgerbeschwerden am häufigsten um den Baumbewuchs in der Stadt drehen.

VON NORMAN REUTER

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