Jeder Achte ist überschuldet

Leere Taschen und Schulden: Das haben 12,35 Prozent der Haushalte in Uelzen – einer der höchste Werte in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Bürger im Landkreis Uelzen sind im Vergleich zu anderen Kommunen in Nordost-Niedersachsen überdurchschnittlich stark überschuldet. Das geht aus dem „Schuldneratlas 2010“ für die Region hervor, den das Unternehmen Creditreform Uelzen jetzt veröffentlicht hat.

Demnach sind zum Stichtag am 1. Oktober dieses Jahres in der Stadt Uelzen 12,35 Prozent der Haushalte überschuldet. Das bedeutet, dass die Schuldner die Summe ihrer fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen können und ihnen weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Im vorigen Jahr hatte die Zahl der überschuldeten Haushalte in der Stadt Uelzen noch bei 11,55 Prozent gelegen, teilte Creditreform Uelzen mit. Nur wenige Kommunen in den Kreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg weisen aktuell eine höhere Verschuldungsrate der Bürger auf.

Im Kreis Uelzen sticht insbesondere Rätzlingen mit 17,5 Prozent (Vorjahr: 15,74 Prozent) Gesamtverschuldung der Bevölkerung hervor – zugleich der höchste Wert in den drei untersuchten Landkreisen. Dahinter folgt Oetzen mit 16,19 Prozent (14,43). Zu den positiven Ausreißern im Kreis Uelzen gehören Jelmstorf mit 6,98 Prozent (6,27) und Stadensen mit 7,46 Prozent (8,08).

Bundesweit waren zum 1. Oktober insgesamt 6,49 Millionen Deutsche über 18 Jahre überschuldet – 300 000 mehr als vor einem Jahr. Für Deutschland ergibt sich somit eine Schuldnerquote von 9,5 Prozent (Vorjahr: 9,09 Prozent).

„Immer noch gilt der Verlust des Arbeitsplatzes als Hauptauslöser für eine Überschuldung“, erklärt Torsten Styra, Geschäftsführer von Creditreform Uelzen. „Aufgrund des aktuellen Wirtschaftsaufschwungs bleibt abzuwarten, ob sich die Zahlen in 2011 wieder zum positiven verändern werden.“ Allerdings gebe es hierbei auch einige Ausnahmen, wie die aktuellen Zahlen erkennen ließen.

Jedoch sei auch zu bedenken, dass die finanziellen Belastungen der Bürger nicht weniger würden. „Aktuell ist gerade die Ankündigung der steigenden Strompreise und Mehraufwendungen für das Gesundheitswesen. Das Ausgabeverhalten der Verbraucher ist jedoch aufgrund der positiven Konjunktursignale seit dem Frühjahr, insbesondere bei den jüngeren Erwachsenen, spürbar lockerer geworden“, erklärt Styra.

Die höchste Schuldnerquote weist die Personengruppe der 40- bis 49-Jährigen auf, wobei die Gesamtzahlen aber rückläufig sind. Anders ist dagegen die Entwicklung bei den 20- bis 29-Jährigen. Hier ist die Tendenz steigend, ebenso in der Gruppe der über 70-Jährigen.

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