Jeden einzelnen Tag...

.  .  .   streicht der Uhlenköper abends in seinem Kalender durch. Noch dreimal schlafen und dann geht es endlich wieder los. Während die Schüler kaum wahrhaben wollen, dass das Ende naht, kann es der Uhlenköper kaum abwarten.

Ihm kamen die sechs Wochen Sommerferien endlos lang vor, sie zogen sich hin wie Kaugummi, eine Woche nach der anderen. Er, für den es im Prinzip kaum einen Unterschied gab zur ferienfreien Zeit, weil er durchgearbeitet hat, hat doch so einige Veränderungen spüren müssen, und zwar an sich selbst. Und wenn die Ferienzeit noch ein paar Wochen länger dauern würde, dann würde der Uhlenköper sich nicht wundern, wenn er kaum mehr in seine Wohnung käme – weil die Kondition nachlässt. Denn was ihm fehlt, ist sein Sport. Musste er doch, während sich die anderen in Italien, Spanien oder an der verregneten Ostsee amüsierten, darben, weil sechs Wochen lang das Training ausfiel. Es ist nicht nur die Kondition, die leidet, es ist der gesamte Uhlenköper selbst. Ihm fehlen die Abwechslung zum Arbeitsalltag und die Endorphine, die sein Lieblingssport freisetzt. Selbst das Joggen, zu dem er sich stattdessen gelegentlich zwingt, hilft nicht. Und auch das Sportstudio findet er zurzeit nicht mehr verlockend. Denn das wichtigste an seiner Sportart ist doch der Spaß mit der eingeschweißten Gruppe, aber die Sportfreunde waren in den sechs Wochen einfach nicht so leicht zusammenzukratzen. Und ohne das Team ist der Uhlenköper irgendwie nur ein halber.

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