St.-Johannis-Kirchengemeinde im Uelzener Sternviertel besteht seit 1. April 1958

60 Jahre mittendrin im Leben

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1960 wurde die die St.-Petri-Kirche in ihrer heutigen Form vollendet und auch der Kirchturm erbaut.

Uelzen. Das Uelzener Sternviertel hat seit seinem Entstehen in den 1950er Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich. Mittendrin war dabei stets die St. -Johannis-Kirchengemeinde, die am 1. April 1958 aus der Taufe gehoben wurde und damit am kommenden Ostersonntag ihren 60.

Geburtstag feiert. Wobei der Gründung eine denkbar knappe Entscheidung des Kirchenvorstands St. Mariens voranging – mit sieben zu sechs Stimmen hatte man sich für die neue Kirchengemeinde ausgesprochen.

Damals wie heute sei die Kirche mittendrin und vor Ort, sagt Pastor Ulrich Hillmer.

„Es ging nicht nur darum eine neue Kirchengemeinde zu gründen, sondern auch darum sie mit Grundbesitz von St. Marien auszustatten. Daher wohl die knappe Entscheidung“, sagt der heutige Pastor von St. Johannis, Ulrich Hillmer. Schon zuvor habe man im neu entstehenden Stadtviertel jenseits der Bahnschienen Seelsorge vor Ort betrieben und dafür eine fünfte Pfarrstelle an St. Marien geschaffen, denn die Zahl der Kirchenmitglieder war durch die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg rasant angestiegen. Bereits 1955 zog der spätere erste Pastor von St. Johannis, Wilhelm Meinberg, in das neu gebaute Gemeindehaus am ehemaligen Stadtgut. 1957 wurde dann der erste Kirchsaal eingeweiht, der sich schon bald als zu klein erwies und in dem heute die Orgel steht. Daher wurde angebaut und so entstand 1960 die Kirche in ihrer heutigen Form.

„Die Leute wollen eine Kirche vor Ort, die mittendrin ist“, sagt Hillmer und das sei bei St. Johannis von Anfang an der Fall gewesen. Gemeindefeste wurden organisiert, wo es sogar zum guten Zweck zum Boxkampf zwischen zwei Pastoren kam. Der Kindergarten nahm 1971 seinen Betrieb auf. Jugendgruppen wurden organisiert, die sich aus Platznot auch im Kirchturm einquartierten.

Rund 8000 Mitglieder hatte die Kirchengemeinde in den 70er und 80er Jahren. Dann schlug auch im Sternviertel der demografische Wandel zu, die Jungen zogen weg und die Alten blieben. Zudem begann in den 90er Jahren die Kirchenaustrittswelle, sodass die Kirchengemeinde heute noch 3000 Mitglieder zählt. Das hatte auch personelle Konsequenzen, statt zwei gibt es nur noch eine Pfarrstelle.

„Ich habe den Anspruch, Stadtteilarbeit zu machen“, sagt Hillmer, der eine große Verbundenheit der Menschen zu ihrer St.-Johannis-Kirche festgestellt hat. Traditionen wie die Osternacht oder die Waldgottesdienste seien etwas Verbindendes. Das Sternviertel habe auch einen fast dörflichen Charakter. Gleichzeitig gebe es aber auch typische Stadtprobleme wie eine große Anonymität, bei der sich die Nachbarn kaum noch kennen. Das Viertel habe sich von einem Gebiet mit Geschäften zum Einkaufen in ein reines Wohngebiet gewandelt. Insgesamt habe sich Kirchenarbeit geändert, so seien Jugendliche schwieriger zu erreichen.

60 Jahre Kirchengemeinde St. Johannis sollen auch gefeiert werden. So lassen die Konfirmanden am Sonntag, 15. April, im Vorstellungsgottesdienst die Geschichte ihrer Kirche in einem Theaterstück lebendig werden. Zudem gibt es am Mittwoch, 18. April, ein Themencafé im Gemeindehaus mit Bildern aus 60 Jahren St. Johannis und am 8. September lädt die Kirchengemeinde zum Tanzabend.

Von Lars Lohmann

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