Ab April 2019

Jagdsteuer im Visier: Kreis Uelzen will Gebühren für Waidmänner abschaffen

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Jäger im Landkreis Uelzen sollen ab April 2019 keine Steuer mehr für ihre Tätigkeit bezahlen. 

Uelzen/Landkreis. Jäger im Landkreis Uelzen sollen ab dem 1. April 2019 keine Jagdsteuer mehr bezahlen müssen. Das beschloss der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag. Die Jägerschaft des Landkreises Uelzen hatte zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt.

Den endgültigen Beschluss fasst der Kreistag, der am Dienstag, 17. April, tagt. Damit würde der Landkreis jährlich auf rund 100 000 Euro Einnahmen verzichten.

In anderen Bundesländern sowie einigen Landkreisen in Niedersachsen gibt es die Jagdsteuer bereits nicht mehr. „Die Frage ist nicht, warum wir die Jagdsteuer abschaffen wollen, sondern warum es sie überhaupt noch gibt“, sagt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Nikolaus Walther. Ihren Ursprung hat die Jagdsteuer im 18. Jahrhundert als sogenannte Wildbretsteuer. „Da galt Wild noch als Luxusgut.“ Das sei schon lange nicht mehr der Fall – im Gegenteil: „Weil die Menschen Angst vor der afrikanischen Schweinepest haben, ist der Absatz für Schwarzwild eingebrochen.“

Zudem würden die rund 2000 Jäger im Landkreis Uelzen einen großen Beitrag für das Allgemeinwohl leisten, sagt Martin Feller von der Grünen-Kreistagsfraktion: „Die Jäger beteiligen sich am Umweltschutz und entsorgen das Fallwild – und sie zahlen ohnehin schon Pacht für ihre Reviere.“ Hans-Heinrich Weichsel, Vorsitzender der CDU-Fraktion, ergänzt: „Sie tragen auch die Kosten für Trichinenproben und Fleischuntersuchungen.“

Bereits 2009 hatte die Kreisjägerschaft die Abschaffung der Jagdsteuer beantragt. Damals verfolgte der Landkreis aber einen strikten Sparkurs. „Die Lage ist jetzt eine andere, weil der Zukunftsvertrag weggefallen ist“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Dobslaw. „Darum würden wir den Weg mitgehen.“

Von Sandra Hackenberg

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