Die Jagd nach Hemd und Uhr

Jannis Koch, 19, Uelzen: „Eigentlich suche ich nur ein kurzärmeliges Hemd für mein Praktikum. Wenn ich etwas Günstiges sehe, werde ich auch den SSV nutzen.“

Uelzen. Rote Schilder mit Prozent-Zeichen markieren derzeit den laufenden Sommer-Schluss-Verkauf in der Innenstadt. Bei vielen Geschäften sind die Angebote schon von außen erkennbar, bei anderen muss man erst durch die Ladentür, um die Schnäppchen-Aktion zu entdecken. Nicht nur die Bekleidungs- und Schuhgeschäfte haben Sommer-Schluss-Verkauf, auch Juweliere, Elektronikgeschäfte, Optiker, Reformhäuser und Sanitätshäuser beteiligen sich an der gemeinsamen zweiwöchigen Aktion. Zusätzlich zu ihren Angeboten werben viele Uelzener Händler mit einer Bonuskarte, auch über die Kernstadt hinaus.

„An den ersten Tagen war das Geschäft sehr gut, am Donnerstag war es etwas verhaltener“, zieht Monika Hennig, Geschäftsführerin des Kaufhauses Ceka, Zwischenbilanz nach der ersten Woche. Für die nächste Woche, in der vermutlich noch mehr Uelzener aus dem Urlaub heimkehren, hofft sie ebenso wie ihre Kollegen in der Stadt auf einen noch größeren Ansturm. Die meisten Schnäppchen sind hochsommerlich, im Moment nicht ganz passend. Wäsche und Sportartikel laufen deshalb bei Ceka derzeit besonders gut, berichtet Hennig.

Die Kundschaft reagiert auf die Sommerangebote gemischt. In einigen Geschäften waren in diesem Jahr besonders früh, an den warmen Tagen im Mai, die Bikinis beinahe ausverkauft, dafür suchen jetzt viele nach Fleece- oder Regenjacken. „Weil der Mai so gut war, hat es sich verschoben. Umsatzeinbußen hatten wir im Sommer nicht, weil die Hitze verfrüht war“, erklärt auch Sylvia Schnebel, Filialleiterin vom Schuhhaus Höber. An den Regalen betrachten die Passanten Sommerschuhe, an der Kasse steht eine Kundin mit Stiefeletten. „Es gibt ja viele günstige Sachen“, freut sich Heike Pessel aus Bergen/Dumme. Abgesehen von den Herbst-Schuhen nutzt sie den Schlussverkauf gemeinsam mit ihrer Schwester Stefanie und deren Tochter Alina Harre. „Wir suchen Kinderkleidung, eher lange Hosen.“ Auch Sabine Matutt aus Oetzen mit der sechsjährigen Lenia Maxime ist neugierig auf die Angebote. „Wir haben Puschen für die Oma gekauft, im Frühsommer gab es keine Puschen. Ansonsten schauen wir einfach, was es so gibt und was passt.“

Die gemeinsame Aktion vieler Uelzener Händler findet in dieser Form zum ersten Mal statt. „Ich freue mich, dass die Gemeinschaftsaktion zustande gekommen ist, das belebt schon die ganze Stadt und sorgt dafür, dass Uelzen sich mehr in den Vordergrund bringt“, erklärt Juwelier Friedrich Hennings. „Das führt dazu, dass wir davon profitieren.“ Das Interesse der Kundschaft beziehe sich nicht immer nur auf die Angebote. Es werde häufig auch im Zuge des Sommer-Schluss-Verkaufs anderes gekauft, ohne dass explizit danach gesucht werde.

„Ich glaube schon, dass es auch gut angenommen wird. Die Stadt scheint voller zu sein“, sagt Stefan Stümpel von dem Geschäft „Kunst und Kreativ“, Vorsitzender des Vereins „Innenstadt Uelzen“. „Bis jetzt ist es besser, als wir uns erhofft haben.“ Die Beteiligten möchten möglichst geschlossen auftreten, „das ist ein Ziel“, erläutert Stümpel. „Ich bin überzeugt, dass wir weitere gemeinsame Aktionen machen, wenn dieser Eindruck, dass der Sommer-Schluss-Verkauf gut angenommen wird, sich bestätigt.“

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Von Diane Baatani

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