„Kein Widerspruch“: Wahloption und LeG-Schulbezirk sind „zwei Paar Schuhe“

Jäkel verteidigt Positionen

An welcher Schule lässt es sich am besten lernen? Ob Schüler die freie Wahl im Landkreis Uelzen haben sollen, ist in der Politik derzeit noch umstritten. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Der Kreistagsabgeordnete Karsten Jäkel verteidigt im AZ-Gespräch die ablehnende Haltung der CDU/FDP/RRP-Gruppe zur vorgesehenen Wahloption für Schüler aus Holdenstedt und Klein Süstedt, die künftig entscheiden können, ob sie an der Oberschule in Suderburg oder in Uelzen unterrichtet werden möchten.

Zugleich betonte er, dass diese Auffassung nicht im Widerspruch zum Antrag seiner Kreistagsgruppe bezüglich des Lessing-Gymnasiums stehe. Jäkel reagiert damit auf Götz Schimmack aus Suderburg, der eigentlich während der jüngsten Kreistagssitzung vom Uelzener wissen wollte, wie die Positionen zusammenpassen. Er meinte einen Widerspruch erkannt zu haben. Die Geschäftsordnung des Kreistages sieht aber keine direkten Fragen an Kreistagsmitglieder vor. So hatte Schimmack lediglich auf die aus seiner Sicht fehlende Möglichkeit hingewiesen (die AZ berichtete).

Die Wahloption und der Antrag zum Lessing-Gymnasium sind für Karsten Jäkel „zwei Paar Schuhe“. Mit der Möglichkeit, dass Schüler nun wählen dürften, ob sie lieber an die Oberschule in Suderburg oder in Uelzen gehen wollen, sei ein Präzedenzfall geschaffen worden, der auch in anderen Orten Begehrlichkeiten wecken könnte, erklärt der Kreistagsabgeordnete. Wenn die freie Schulwahl zur Mode würde, seien Schulbezirke überflüssig mit der möglichen Folge, dass Schüler „hin und her fahren“, ohne vielleicht davon zu profitieren.

Die Kreistagsgruppe sehe im Fall von Suderburg sicherlich auch die geringen Schülerzahlen, jedoch müssten die Hausaufgaben diesbezüglich von der Samtgemeinde geleistet werden. Ideen zu möglichen Alleinstellungsmerkmalen der Bildungseinrichtung gebe es bereits, damit ließe sich die Schule für Jahre sichern. Eine Wahloption alleine helfe nicht dabei, dass die Schule nicht auch künftig auf der Kippe stehe.

Losgelöst von dieser Problematik müsse der mögliche Beschluss zum Lessing-Gymnasium gesehen werden. Zur Erinnerung: Bei der nächsten Schulausschuss-Sitzung wird über einen Antrag diskutiert, der eine Erweiterung des Schuleinzugbezirkes für die Uelzener Schule vorsieht. Bislang ist das Gymnasium für den Norden des Landkreises zuständig mit Ausnahme der Kommunen, die zum Schuleinzugsgebiet der Kooperativen Gesamtschule in Bad Bevensen gehören. Für die KGS gebe es einen freien Zugang, wie auch für das LeG. Nur könne die Bevenser Schule im gesamten Kreis werben, dem LeG werde dies durch bestehende Regeln erschwert. „Zu manchen Informations-Veranstaltungen im Norden wird die Bildungseinrichtung gar nicht eingeladen, mit einem anderen Schulbezirkszuschnitt besteht dafür ein Rechtsanspruch“, so Jäkel.

Wie es zu den Anträgen und den Positionen der CDU/FDP/RRP-Gruppe gekommen sei, habe er auch nun Götz Schimmack erläutert, wenngleich er sich gewünscht hätte, dass dieser sich nach der Kreistagssitzung bei ihm gemeldet hätte. „Das war nicht der Fall. Aber wenn ich Herrn Schimmack richtig verstanden habe, wollte er es auch in der großen Runde angesprochen wissen“, erklärt Jäkel.

Noch keine Aussagen treffen möchte Jäkel zum Vorstoß der Kreistagsgruppe „Die Grünen/Bündnis Zukunft“. Sie hatte nach der Kreistagssitzung beantragt, die Geschäftsordnung dahingehend zu ändern, dass künftig Einwohner Fragen direkt an Kreistagsmitglieder oder Fraktionen stellen können. „Darüber sollten wir erst in unsrer Gruppe sprechen“, meint Jäkel. Grundsätzlich begrüße er es aber, wenn Einwohner Fragen stellen oder sich für die politische Arbeit interessieren.

Von Norman Reuter

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