Islandtief bleibt auch im November in Aktion

Weiter windig und mild

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Es bliebt stürmisch: Die kommenden Tage werden auch die letzten Blätter von den Bäumen fegen, sodass die Laubpuster hier und da sicher heiß laufen werden.

Uelzen/Landkreis. Das berühmt-berüchtigte Islandtief ist derzeit voll in Aktion. Zwischen ihm und einem stabilen Hoch bei den Azoren hat sich schon seit geraumer Zeit eine stramme und beständige Westwindströmung ausgebildet.

Damit reißt die Kette der Sturmtiefs, die vom Atlantik über die Nordsee nach Skandinavien gesteuert werden vorläufig nicht ab. So stehen uns mindestens bis zum Wochenende sehr windige, teils auch stürmische Zeiten mit wiederholt durchziehenden Regengebieten ins Haus, die das letzte Laub von den Bäumen fegen.

Die Sonne wird sich im Wesentlichen auf kurze Lichtblicke hinter den Regenfronten beschränken, bevor es sich nachfolgend rasch wieder zuzieht. Mit den Tagestemperaturen geht’s ab morgen leicht auf 11 bis 12 Grad bergauf. Am wechselhaften Wochenende gehen diese schon wieder in den Sinkflug. Nachtfröste sind zunächst nicht in Sicht. Diese könnten im Laufe der nächsten Wochen zum Thema werden, wenn sich ein Hochdruckgebiet mit viel Nebel und weiter sinkenden Temperaturen bei uns breit machen würde, was aber noch abzuwarten bleibt.

Als vermeintlich trübster Monat des Jahres hat der November sein schlechtes Image nicht verdient. Bei der Anzahl der Sonnenstunden steht er nur an drittletzter Stelle im Jahresgang (Uelzen 46 Stunden). Die rote Laterne trägt eindeutig der Dezember (31 Stunden), gefolgt vom Januar (38 Stunden).

Witterungsmäßig markiert der November den Übergang vom Herbst zum Winter. Während sich in der ersten Monatshälfte bei vorherrschend westlichen Winden gewöhnlich milde und kühle Witterungsabschnitte mit gelegentlich leichten Nachtfrösten im bunten Reigen abwechseln, kann in der zweiten Monatshälfte aus Nord bis Ost schon der Frühwinter mit Schnee und Eis vorbeischauen.

Zu warm, erheblich zu nass und zeitweise stürmisch: So kontrastreich zeigte sich der Oktober schon lange nicht mehr. Auf ein recht kühles erstes Monatsdrittel folgte eines der trübsten und das nasseste zweite Oktoberdrittel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Kreis Uelzen. Dabei fielen am 11. und 12. des Monats innerhalb von 30 Stunden örtlich fast die Hälfte der Monatsniederschläge (Uelzen 33 Liter/Quadratmeter). Es schloss sich eine ungewöhnlich warme letzte Monatsdekade an, in der am 22./23. Oktober bei 20 bis 21 Grad sogar noch Spätsommergefühle aufkamen. Wesentlicher Grund war ein kräftiger Südwestwind. So lagen die Tagesmaxima und die Tagesmittel (16 bis 17 Grad) auf Rekordniveau für diese Jahreszeit.

Nicht zu vergessen das schwerste Orkantief der letzten Jahrzehnte: Am 28. Oktober raste „Christian“ über den Norden hinweg. Nordostniedersachsen war vom Windfeld nur randlich betroffen, entsprechend hielten sich die angerichteten Schäden in Grenzen – immerhin aber auch hier zu ausgewachsenen Sturmböen, vereinzelt auch zu schweren Sturmböen. Bei all diesen Wetter-Highlights hatte die goldene Oktobersonne das Nachsehen. Sie erreichte im Kreis Uelzen bestenfalls Mittelmaß, während der Nebel an nur ein bis zwei Tagen für einen Oktober deutlich zu kurz kam.

Von Reinhard Zakrzewski

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