Isenworenhändler

Groode Inköpcenter giwt dat jümmer mehr, man kann dor ümsüss parken und hett Platz vör sien Auto. In de Innenstädte staht veele Ladens leer, dor ward je Parken affkassiert, de Gebühren ümmer dürer.

As Diana up dan Schüttenplatz boot het, wär dat vör uns in in Rat kloor, wie willt in uns Stadt veel Gäste hem, kostenlose Parkplätze mit’n in de Stadt, is de beste Werbung.

Fröher kömen de Koloniarnwarnhändler mit Peerd und Wagen up de Dörper und du könnst vör dien Huusdör kööpen, wat du bruken däst. Eenmal in de Woch föhr de Fischhändler öber de Döörper. Bi uns wör seggt: „Wer reist so spät durch Nacht und Wind, dat is Fischlau mit Aal und Stint.“

Alle Bäcker harn Bäckerwagen brochen Broot, Stuten und Kooken mit. Up Bestellung ok Kolonialworen in jedet Huus.

Mitten in uns Stadt Bämsen wärn all de Ladens.

De Isenwornhändler wärn de Vörgänger vör de Inkoopcenters von hüt, wie bi uns in Bämsen de Laden Cohrs, in de Brüggenstrat. Bi em könnst du fast alles kriegen. Alle Schrubensorten, Warktüch von de Böggelsaag, Vörschlaghommer, Stemmisen, Harken, Forken, Schruwstock, alles wat man bruken dä. Biller wie de „Röhrende Hirsch“ oder de „Elfenreigen“ könnst du in Schaufinster bekieken.

Porzellan, von Kaakputt bet ton Nachtputt. Feinste Tassen, Muusfall’n oder Stacheldraht.

Een Lehrling wör losschikt üm acht-töllige Nagels to kööpen. Nagel wörn na Gewicht verköfft. Acht-töllige Nagels wär je ca 9,5 cm lang.

Cohrs wär een ganz korrekten Man, he legg de Nagels up de Schaal von de Wacht, nöhm he een wedder rünner, nu wär dat to wenig, legg he em wedder rup, denn wärt to veel, do sall de Lehrling seggt hem: „Cohrs, biet em doch dörch, denn stimmt dat Gewicht.“

Man göwt dat nich, bi em könnst du Speelsaken, Wihnachtsschmuck, Kugeln, und Engelshoor, to Sivester Knallkörper, sogor Gewehre, Angeln und Patronen köpen. Ok wenn he wüß dat du Jäger wärst, Jagdschien mößt du em zeigen. As to Silvester mal een Bämser Knallkörper köpen woll, frög he sind se all 18 Johr? Do sä de „Herr Cohrs, se weet doch genau, dat mien Kinner all in School gaht.“ „Is egal,“ meen Cohrs, „aber Vörschrift is, dat ik fragen mutt.“

Man sä, alle siene Woor, de he inkofft het, sall he in boor betalt hem. Wenn du rinköömst in Laden, denn könnst du nich öwerall hen gahn. Ut een Eck kööm he rut und frög: „Wat sallt sien?“ Hal dat denn her, wenn he wat nich har, sä he: „Kumm man morgen wedder, denn kannst dat kriegen.“

Wie sien Huus affbrennen dä, meen he ik mut da baben noch mal rupp in mien Kommer. As Brandmeister könn ik dat, weil de Tripp brenn, nich tolaten. Wie dat aber ziemlich afflöscht wär, hebbt wie een Ledder an dat Finster stellt und he hett, fast 80 Johr old, mit eenen Füerwehrmann, dor rupp klettert. Kööm mit twee Ledderkuffer rünner und lach. Dor wärn bestimmt keen Knallkörper in. Wenn dat sün Laden mitten in uns Stadt hüt noch gäw, wör ik geern Parkgebüren betalen.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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