:iesmal liegt‘s nicht an Corona

IRE-Neustart erneut verschoben: Züge fahren frühestens im Dezember

in Zugbegleiter steht auf dem Ostbahnhof in Berlin am Interregio-Express (IRE) Berlin-Hamburg.
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Frühestens zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird der Interregio-Express von Hamburg über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal wieder nach Berlin fahren.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Es hat - um im Sprachjargon der Bahn zu bleiben - allmählich groteske Züge: Der Neustart des Interregio-Expresses (IRE) von Hamburg über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal nach Berlin ist erneut verschoben worden. 

Uelzen/Salzwedel/Stendal – Das schon mehrfach angekündigte Comeback des Interregio-Express (IRE) von Hamburg über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal nach Berlin ist jetzt ein weiteres Mal um Monate nach hinten verschoben worden.

Erst sollte der IRE ab Ende April wieder fahren, dann ab dem 12. Mai, dann nach dem 31. Juli (AZ berichtete) – und jetzt erst frühestens nach dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember. Das hat die Deutsche Bahn jetzt auf ihrer Internetseite mitgeteilt.

Begründete das Unternehmen die vorherigen Verschiebungen des Neustarts der Verbindung zwischen den Metropolen zunächst mit steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, einer entsprechend potenziell geringen Auslastung der Züge und damit einer fehlenden wirtschaftlichen Tragfähigkeit, so sind diesmal andere Aspekte ausschlaggebend.

„Keine attraktiven Fahrzeiten während der Bauarbeiten möglich“

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte ein Bahnsprecher: „Von Mitte September bis Dezember stehen umfangreiche Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und Hamburg an. Die dadurch deutlich eingeschränkten Kapazitäten auf den Ausweich- und Umleitungsstrecken sorgen dafür, dass für den IRE keine attraktiven Fahrzeiten während der Bauarbeiten möglich sind.“

Hinzu kämen weitere Bauarbeiten im Juli und August, wodurch verschiedene Bahnhöfe auf der üblichen Strecke des IRE nicht angefahren werden könnten, heißt es von der Bahn weiter. „Daher wird der IRE bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember nicht fahren“, so der Sprecher abschließend.

Kreistag und Bundestagsabgeordnete bemühen sich

Bereits im Herbst 2020 hatte der Kreistag des Landkreises Uelzen in einer Resolution gefordert, dass der IRE wieder fahren solle. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, die im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn sitzt, hatte zuletzt im April ihr Bedauern über neuerliche Verschiebungen des IRE-Neustarts zum Ausdruck gebracht. Und auch die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Dr. Julia Verlinden hatte an die Bahn appelliert, das attraktive Angebot wieder einzuführen.

Der Interregio-Express ist eine Direktverbindung zwischen Hamburg und Berlin, die zu günstigen Festpreisen angeboten wird.

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