Holdenstedt hat Geldgeber gefunden / Bereits ein Dutzend Bauwillige bekannt

Investor für neues Wohngebiet

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In der Verlängerung der Weinbergstraße in Holdenstedt könnten auf bisherigen Ackerflächen Bauplätze entstehen. Es gibt einen Investor für ein Neubaugebiet.

Uelzen-Holdenstedt. Der Uelzener Ortsteil Holdenstedt könnte in den nächsten Jahren „wachsen“.

Ein Investor, der derzeit noch anonym bleiben will, hat Interesse bekundet, Flächen in der Verlängerung der Holdenstedter Weinbergstraße kaufen zu wollen und sie für Bauwillige anzubieten. Darüber informierte Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen.

Vom Holdenstedter Ortsrat war das Gelände als mögliches Neubaugebiet für das Dorf ins Auge gefasst worden. Es bietet Platz für etwa zehn bis zwölf Bauplätze. Wie Karsten Scheele-Krogull erläuterte, seien der Stadt auch schon ein Dutzend Interessenten für einen Bauplatz bekannt.

Holdenstedts Bürgermeister Hans-Jürgen Heuer weiß, dass Holdenstedts Nachwuchs mit dem Bau von Häusern liebäugelt. „Die junge Menschen fühlen sich mit dem Ort verbunden, engagieren sich in Sportvereinen oder in der Feuerwehr“, sagt Heuer im AZ-Gespräch. Ausschlaggebend sei auch, dass Uelzen leicht erreichbar sei.

Bereits 2010, so Heuer, sei der Ortsrat auf die Stadt Uelzen zugegangen, um Möglichkeiten für ein neues Wohngebiet auszuloten.

Damals sei das geschaffene Wohngebiet Lohberg-Felde „vollgelaufen“. Eine von der Stadt gewünschte Verdichtung der Bebauung im Ort sei nur in einigen Fällen möglich gewesen. Grundstückseigentümer hätten erklärt, dass unbebautes Land wenn überhaupt als Baufläche für Familienangehörige vorgesehen sei, so Heuer. 2013 sei erneut der Wunsch nach einem Ankauf von Flächen für ein Neubaugebiet an die Stadt herangetragen worden, sei aber wegen der Haushaltslage nicht erfüllt worden. „Damals wurde zugesagt, dass der Erlös aus möglichen Flächenverkäufen für Neubaugebiete genutzt werden soll. Holdenstedt wirft der Stadt vor, dass man sich daran nicht hält“, erklärt Ortsbürgermeister Heuer.

Würde es nun nicht den Investor geben, mit dem die Stadt gerade verhandelt, es sehe auch weiterhin düster für die Ausweisung von neuen Bauplätzen in Holdenstedt aus. Der Ausschuss für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen hat wegen der eingebrochenen Gewerbesteuer und des damit zu erwartenden Haushaltslochs von 8,8 Millionen Euro den Rotstift gezückt. Die Kosten für den Ankauf von Grundstücken für Neubaugebiete wurden aus dem Haushalt gestrichen. Die Stadt habe bis zur Veräußerung von Grundstücken an Bauherren massiv in Vorleistung zu gehen, erläuterte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Vom Beschluss dürfte vor allem Molzen enttäuscht sein. Im Haushalt 2015 waren ursprünglich 181 000 Euro für den Ankauf von Bauflächen im Ort vorgesehen und 120  000 Euro für eine Baustraße sowie weitere 12 000 Euro für die Straßenbeleuchtung, die nun herausgenommen wurden.

Von Norman Reuter

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