Investitionen bei Uelzena

Einen der besten Jahresabschlüsse präsentiere die Uelzena-Gruppe. Foto: Uelzena

Uelzen. Eine Garantieerklärung sollte die Uelzena kürzlich abgeben, berichtete der Vorstandsvorsitzende Claus-Peter Witt bei der Generalversammlung am vergangenen Freitag im Bad Bevenser Kurhaus. Wegen der Nachricht, dass die Ehec-Erkrankungswelle ihren Ursprung in Uelzen habe, verlangten einige britische Kunden der Uelzena eine schriftliche Erklärung, dass die Produkte des Unternehmens frei von Ehec-Keimen sei. „Die beziehen von uns ausschließlich Automatenkakao“, wunderte sich Witt, „und da mischen wir ja vieles rein, aber sicher keine Sprossen“.

Ansonsten hatte Witt den Genossenschaftern vor allem Positives zu berichten, denn trotz der großen Veränderungen in der Molkereilandschaft fühlt man sich bei der Uelzena-Gruppe gut aufgestellt.

Obwohl die Rohstoffanlieferung im vergangenen Jahr leicht sank (minus 1,2 Prozent) und nur noch knapp über eine Million Kilo Milchäquivalente verarbeitet wurden, steigerte die Uelzena-Gruppe ihren Umsatz von 306,2 Millionen Euro auf 379,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr – eine Steigerung um 24 Prozent. Verantwortlich für die Umsatzsteigerungen sind vor allem Preissteigerungen in den Segmenten, auf die sich die Uelzena in den vergangenen Jahren konzentriert hat.

Die Milchfettverarbeitung, mit 42 Prozent nach wie vor der größte Produktionsbereich, profitierte von einer steigenden Nachfrage nach Butterreinfett, während die Nachfrage nach Markenbutter und Backspezialitäten annähernd konstant blieb und sorgte im Fettgeschäft für ein Absatzplus von 3 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichnete Uelzena im Bereich der nicht-milchwirtschaftlichen Spezialprodukte mit 9,5 Prozent. Die Produktion von Milchpulver hingegen wurde zurückgefahren und auch der Käseabsatz entwickelte sich mit minus 4,5 Prozent trotz gestiegener Preise leicht rückläufig.

Der Milchauszahlungspreis stieg im Jahr 2010 um 7,5 Cent auf 30,1 Cent/kg und lag damit um 0,1 Cent über dem Bundesdurchschnitt. Vorsichtige Prognose Witts: In diesem Jahr seien zwischen 34 und 36 Cent möglich. Der Jahresgewinn der Uelzena von 846000 Euro wird in Rücklagen eingestellt.

Größte Investition wird die Gründung eines gemeinsamen Milchtrocknungswerks mit zwei weiteren Molkereien in Schleswig-Holstein sein. Dies vor dem Hintergrund, dass schon heute die Hälfte der Milchproduktion der EU in Schwellen- und Entwicklungsländer abgesetzt wird.

Von Jürgen Köhler-Götze

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