POLITIKER-PORTRÄTS OHNE POLITIK Wiebke Köpp, Bürgermeister-Kandidatin der CDU für Uelzen

Interview mit Wiebke Köpp: Mit der Familie Wald- und Seeluft genießen

Wiebke Köpp und Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt im Interview
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Wiebke Köpp würde Papst Franziskus ans Herz legen, seine Kirche mehr an der evangelischen auszurichten, verriet sie im Interview mit Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt.

Die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide hat in Zusammenarbeit mit ihrem Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt eine „untypische Interviewserie“ mit den Bürgermeisterkandidaten aus der Hansestadt Uelzen, aus der Samtgemeinde Suderburg und aus der Einheitsgemeinde Bienenbüttel zur Kommunalwahl am 12. September konzipiert. Die fünf Bewerber für Suderburg und deren zwei für Bienenbüttel haben wir bereits vorgestellt. Jetzt geht es – erneut in alphabetischer Reihenfolge – um die Hansestadt Uelzen. Hier gibt es zwei Kandidaten und eine Kandidatin: Dr. Wiebke Köpp. Sie kandidiert für die CDU für den Chefsessel im Rathaus.

Wir erinnern uns oft an Bilder von Orten, die zu unseren „Lieblingsorten“ werden. Nennen Sie bitte einen?

Wiebke Köpp: Der Wald.

Unter dem Wichtigsten, was Sie je gelernt haben, was wäre es?

Köpp: Ein Denken über den Tellerrand hinaus.

Die Menschheit hat zahllose Vorurteile entwickelt. Welches würden Sie – wenn Sie könnten – als erstes tilgen?

Köpp: Die Benachteiligung gegenüber bestimmten Geschlechtern.

Wenn Sie außer der Kommunalpolitik oder Ihrem bisherigen Beruf einen anderen anstreben wollten – welcher wäre das?

Köpp: Etwas Handwerkliches... Tischlern oder Gärtnern vielleicht.

Wenn Sie die Zeit im Symbolbild wählen könnten – wo ist das Tempo für Sie am schnellsten: am Tag, in der Woche, im Monat oder im Jahr?

Köpp: In der Woche.

Wünschen Sie sich eine historische Person, in deren Rolle Sie gerne schlüpfen würden. Wer wäre das?

Köpp: Marie Curie – mit längerer Lebensdauer.

Beschreiben Sie bitte eine Person, die Sie besonders positiv beeinflusste oder prägte.

Köpp: Mein ältestes Kind und die folgenden.

Wir haben Eigenschaften und wir wünschen uns welche. Welche würden Sie sich wünschen?

Köpp: Ich wäre manchmal gerne nachgiebiger mir selbst gegenüber.

Derzeit amtiert Papst Franziskus. Sie bekommen eine Privataudienz und haben einen Satz zur Verfügung für ihn. Wie würde der lauten?

Köpp: Deine Kirche sollte sich mehr an der evangelischen Kirche orientieren.

Das Beste am Älterwerden ist... Bitte vervollständigen Sie diesen Satz.

Köpp: ...mehr Gelassenheit.

Wir leben auch vom positiven Feedback. Wenn Sie eine Fee oder einen Weisen hätten, der Ihnen jeden Tag etwas Positives in Ihr Ohr flüsterte – was würden Sie am liebsten hören?

Köpp: Du hast Dich den richtigen Aufgaben gestellt.

Wie gehen Sie mit Unvorhersehbarem um?

Köpp: Analytisch.

Welches Märchen fällt Ihnen gerade ein?

Köpp: Sterntaler.

Sie erkennen einen Fehler, den Sie machten – wie sehen Sie Ihren Umgang damit?

Köpp: Daraus lernen.

Bitte erinnern Sie ein Ihnen besonders wichtiges Spielzeug aus der Kindheit.

Köpp: Ich habe mit meinen Geschwistern gerne „Stadt“ gespielt: Mein Bruder hatte die Post, meine Schwester die Autowerkstatt und ich den Kaufmannsladen.

Nennen Sie bitte eine Ihnen besonders wichtige Lektüre – jetzt oder aus der Vergangenheit.

Köpp: Das Werk von Friedrich Dürrenmatt – besonders der „Besuch der alten Dame“ und „Die Physiker“, aber auch die Krimis. Eins meiner Lieblingsbücher der letzten Jahre ist der Roman „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen. Dazu viele Sachbücher, unter anderem „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann.

Zwischen Wilhelm-Busch, Micky Maus sowie Asterix und Obelix – welche Figur ist Ihnen davon vielleicht vertraut?

Köpp: Asterix und Obelix habe ich als Kind gern gelesen.

Aufgrund welcher Eigenschaften?

Köpp: Der gutmütige und starke Obelix und der schlaue Asterix waren ein tolles Team! Anders als im Lateinunterricht in der Schule waren hier nicht die Römer die Helden.

Sie erben irgendwo auf der Welt eine Ferienwohnung – und wollen Sie nie verkaufen. Wo wäre die?

Köpp: An der Nordsee.

Bitte nehmen Sie jetzt einen anderen Platz ein, so, dass Sie den Platz sehen können, auf dem Sie saßen: Finden Sie bitte einmal Wesensarten zu dem Menschen, der dort saß.

Köpp: Humorvoll, ambitioniert, mag Menschen.

Gibt es eine Frage, die ich Ihnen noch stellen sollte, damit Sie diese beantworten?

Köpp: Die Frage lautet: Warum wollen Sie Bürgermeisterin werden? Und die Antwort:

Weil Uelzen einen Neuanfang braucht, um nicht den Anschluss zu verlieren. „Weiter so“ bringt uns nicht weiter.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragestellungen dieser Serie wurden angeregt von:

• „Erzähl mal!“, Das Familienquiz (E. van Vliet)

• Evelyn McFarlane/James Saywell: „Das Buch vom Wenn“ (Herder, 2000)

• Roger-Pol Droit: „Fünf Minuten Ewigkeit – 101 philosophische Experimente“ (Hoffmann und Campe, 2002)

• oder stammen aus Interaktionsspiel-Sammlungen der Seminare von Hans-Helmut Decker-Voigt und Paolo J. Knill

Der Interview-Gast – Wiebke Köpp

• geboren am 6. Mai 1974 in Husum

• aufgewachsen mit zwei jüngeren Geschwistern in Schleswig-Holstein

• seit sechs Jahren mit ihrem Mann Lars Willem sowie den Kindern Charlotte, Johann Willem und Luise Helene in Uelzen

• Abitur 1993 in Kiel

• Bankkauffrau und diplomierte Bankbetriebswirtin

• Studium der Volkswirtschaftslehre in Hamburg und Toronto

• Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

• Promotion (Thema Klimawandel, Klimarisiko und Klimapolitik) an der Universität Hamburg

• seit 2018 freiberuflich tätig als wissenschaftliche Beraterin mit Fokus auf Wirtschafts- sowie Klima-/Energiepolitik

• ehrenamtlich engagiert in Kirche (Kirchenvorstand von St. Marien Uelzen, Kirchenkreissynode), verschiedenen (Förder-)Vereinen und Schulelternrat

• Fokus in der Freizeit: mit der Familie in die Natur, Klavierspielen

Der Hintergrund – Wer stellt die Fragen?

Hans-Helmut Decker-Voigt, Prof. Dr. Dr. h.c.mult.

• ist seit 1980 Kolumnist der AZ

• Studium der Musik und Erziehungswissenschaften in Deutschland, Expressive Therapie und Psychologie in den USA

• Lehrstuhlinhaber und Gründungsdirektor des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg von 1990 bis 2010, Übersetzungen in 16 Sprachen

• letzte Gastprofessur in St. Petersburg 2019/2021

• mehrfacher Ehrendoktor, unter anderem der Medizin und der Kunstwissenschaften

• Schriftsteller (Roman, Erzählung, Kolumne)

• Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller

• Mehr im Internet auf www.decker-voigt-archiv.de

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