Blaubehelmte Besucher bestaunen Baufortschritte / Portal aus dem 14. Jahrhundert freigelegt

Inspektion und ein neuer Fund

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Die Besucher bestaunen die Kernbaufragmente aus dem 14. Jahrhundert. An den letzten Umbau nach Kriegsende konnten sich viele der Älteren noch erinnern.

Uelzen. Mehr als sechs Jahrhunderte in eine knappe Stunde zusammengefasst, das bot Bauforscher und Architekt Dieter Haupt denen, die sich zur Besichtigung der Baustelle im Alten Rathaus angemeldet hatten.

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„Schöner Notausgang“

Neu am Wochenende: An der Südfassade haben die Bauarbeiter ein Portal aus dem Mauerwerk herausgearbeitet – ein Überraschungsfund. „Gotisch wie man es sich schöner nicht vorstellen kann“, betonte Bauforscher Haupt vor Ort, „sicher aus der Kernbauphase 1347 und historisch sehr interessant. ”.

Das Highlight, so hieß es bei dem Besuch, sei die Entdeckung eines Portals an der Südseite des Alten Rathauses.

„Chronologisch von heute rückwärts bis zur Entstehung des Kernbaus im 14. Jahrhundert“ entblätterte Haupt die Baugeschichte des Alten Rathauses. „Das Innere des Bauwerkes war sorgfältig Schicht für Schicht abgetragen worden.“ Das Ergebnis der bauhistorischen Untersuchung, begleitet von archivarischen Belegen des Stadtarchivars Reimer Egge, führte zu einer spannenden Nutzungsgeschichte: Ein Apotheker hatte sich eine Treppe bis zum Dachboden gebaut, um seine Kräuter auf den Dachbalken zu lagern. Minze stand auf einem der alten Balken. Ein aufgefundener, in Metallplatten eingelegter Tresoreinbau bezeugte den Einzug der Sparkasse.

Von Angelika Jansen

Was es am Alten Rathaus noch zu entdecken gab, lesen Sie am Montag in der AZ.

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