Einrichtung für fast jeden Geldbeutel

Initiative will Privatschule im Kreis Uelzen gründen

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Mindestens zwölf Schüler sowie ein geeignetes Gebäude muss eine potenzielle Privatschule nachweisen, ehe sie den Betrieb aufnehmen darf. Finanzielle Unterstützung vom Land Niedersachsen gibt es erst nach drei Jahren.

Uelzen/Landkreis. Madushani Monard und ihre Mitstreiter sind fest entschlossen, binnen drei Jahren eine Privatschule im Landkreis zu installieren. Ein Grund: Das etablierte Schulsystem forme zu wenig die Persönlichkeit der Jugendliche.

Unternehmen verlangten von ihrem Nachwuchs auch Kompetenzen wie Teamfähigkeit. Das vermittelten die althergebrachten Schulen kaum, sagt die Sozialarbeiterin.

Madushani Monard

Die junge Frau aus Lüder hat vor Monaten den regionalen Ableger der Initiative „Schule im Aufbruch“ gegründet. Die Aktivisten wollen nicht an den Leistungsanforderungen der konventionellen Schulen an sich rütteln, vielmehr wollen sie Wege aufzeigen, wie Talente und Charaktere der Schüler besser entdeckt und entwickelt werden können. Statt des Frontalunterrichts würde es Lernbausteine geben. „Hat ein Schüler etwas verstanden, kann er bereits das nächste Thema anpacken. Alle anderen lernen solange, wie sie für dass Thema benötigen“, sagt Monard.

Nur: Offene Türen habe die Initiative mit ihrem Konzept bei den Schulen im Landkreis keineswegs eingerannt. „Es ist schwierig, Zugang zu Lehrern und Schulleitern zu bekommen“,schildert Monard. Die Pädagogen klagten über Stress und hohe Arbeitsbelastung. Auch sei man an staatlichen Schulen noch sehr in alten Denkmustern verhaftet, was die Stellung von Schülern, Eltern und Lehrern angehe. Insofern rücke für „Schule im Aufbruch“ die Gründung einer eigenen Bildungseinrichtung immer mehr in den Fokus. „Wir können nicht jahrelang versuchen, bei den Schulen einen Fuß in die Tür zu bekommen, wenn von ihnen selbst keine Impulse kommen.“

Mittlerweile seien die Hürden, eine Schule zu gründen, nicht mehr so hoch wie vor Jahren, sagt Monard. Zurzeit arbeite ein kleines Team von drei Leuten an einem Konzept. Die Gründung eines Eltern- oder Trägervereins ist Voraussetzung. Mindestens zwölf Schüler muss die Schule nachweisen, ebenso ein geeignetes Gebäude (Eigentum oder Miete). Die höchste Hürde ist das Geld. Zum Start muss der Verein alles selbst finanzieren. Vom Kopierpapier bis zum Lehrergehalt. „Unterstützung vom Land gibt es erst nach drei Jahren“, sagt Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg, die eine Privatschule genehmigen muss. Es werde ein Grundbetrag gezahlt, der sich aus dem Verhältnis von Schülerzahl und Personalkosten errechnet. Der Rest muss über die Beiträge der Eltern hereinkommen. Eine Schule für Besserbetuchte wolle man aber nicht werden. „Wir wollen uns an den Elternbeiträgen für Kindergärten orientieren“, sagt Monard. In der Spitze wolle man nicht mehr als 300 Euro pro Kind und Monat verlangen.

Von Jens Schopp

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