1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Nach Bauarbeiten werden in Oldenstadt die Säulen an der B 191 aufgestellt

Erstellt:

Von: Lars Becker

Kommentare

Blitzersäulen beidseitig auf der B 191
Während sich die Installation der neuen Ampel in Oldenstadt wegen Lieferproblemen bei elektrischen Bauteilen noch verzögert, werden am Montag und Dienstag die Blitzersäulen beidseitig auf der B 191 wieder aufgestellt. © Lars Becker

Nach fast drei Monaten werden an der B 191 in Oldenstadt jetzt die beiden Blitzersäulen wieder aufgestellt. Die Firma wollte die lukrativsten Anlagen ihrer Art im Landkreis Uelzen eigentlich sogar woanders positionieren.

Uelzen-Oldenstadt – Fast auf den Tag genau nach drei Monaten werden am Montag und Dienstag in Oldenstadt wieder beidseitig auf der B 191 die Blitzersäulen montiert. Darüber informierte Pierre-Pascal Berning aus der Abteilung Straßenbau und Verkehr im Rathaus in der Sitzung des Ortsrates für Oldenstadt, Ripdorf, Tatern und Woltersburg. Vor Beginn der Bauarbeiten waren die Blitzer demontiert worden (AZ berichtete).

Dass beide Säulen aber überhaupt wieder darüber wachen, ob die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern im Kreuzungsbereich eingehalten wird, ist offenbar alles andere als selbstverständlich, wie Berning zur Überraschung der Ortsratsmitglieder im Schießsportzentrum der Oldenstädter Schützengilde erklärte: „Ich musste dafür kämpfen. Die Firma, der die Anlagen gehören, wollte die eigentlich woanders aufstellen, weil die in Oldenstadt nicht mehr richtig profitabel sind“, so Berning. Denis Zühlke (SPD) fragte irritiert: „Stellen wir die Blitzer nicht an den gefährlichsten Stellen auf, sondern nach wirtschaftlichen Bedingungen?“

Zur Einordnung: Die beiden Blitzersäulen in Oldenstadt sind nachweislich seit vielen Jahren die lukrativsten Anlagen ihrer Art im gesamten Landkreis Uelzen: 2019 wurden hier 8212 Tempoverstöße registriert, 2020 deren 5335 und im vergangenen Jahr 4673. Wie oft dort im laufenden Jahr bis zur Demontage für die Bauarbeiten bereits geblitzt worden war, ließ sich nicht recherchieren.

Als Hauptgrund für die rückläufigen Zahlen von 2019 bis 2021 hatte die Kreisverwaltung gegenüber der AZ die Corona-Krise angeführt: Es habe deutlich weniger private und berufliche Fahrten angesichts von Lockdowns und Homeoffice-Angeboten gegeben.

Ortsbürgermeister Klaus Knust (SPD) betonte: „Die Blitzer sind dort ultra-wichtig, sie sollen ja jetzt auch mit der Ampel gekoppelt werden, Rotlichtverstöße erfassen und bringen vielleicht neue Einnahmen. Natürlich will die Firma Geld sehen, aber uns interessiert vor allem die Sicherheit. Die Blitzer wurden auf Betreiben des Ortsrates aufgestellt.“

Daran knüpfte auch Berning an, der von einem komplexen Vertragsgebilde zwischen Hansestadt, Landkreis (zuständig für die Verkehrsüberwachung) und Unternehmen sprach. „Uns und dem Landkreis geht es um die Erhöhung der Verkehrssicherheit, das Geld ist quasi ein Nebenprodukt, das aber an den Kreis geht. Wir als Stadt haben nichts davon“, führte der Verwaltungsmann aus, nach dessen Ausführungen die Firma angesichts der mehrmonatigen Bauphase sogar ein Sonderkündigungsrecht gehabt habe. Sie sprach mit einem Abnutzungseffekt an der bekannten Stelle. Trotzdem: Ab heute werden die Säulen wieder aufgestellt.

Auch interessant

Kommentare