Anlage soll nun dicht gemacht werden

In der Uelzener Fasanenvoliere: Marder tötete auch Jungtiere

Nachwuchs bei Baumardern
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Der Marder sucht sich Fasanen als Beute. Er ist in der Lage, sich durch kleinste Öffnungen zu zwängen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Nachdem ein Marder im Uelzener Wildgehege zehn Fasanen tötete, äußert sich Stadtförster Thomas Göllner. Er weiß zu berichten: Es war nicht der erste ungebetene Besuch in der Fasanenvoliere. Aber das Ausmaß diesmal macht ihn und Kollegen betroffen.

Uelzen – In der leeren Voliere wächst das Gras. Die Rückseite steht offen. Dort weht ein Flatterband, das mitteilt: Zutritt verboten. Das Bild bietet sich zurzeit den Besuchern des Uelzener Wildgeheges, nachdem ein Marder, wie berichtet, alle Fasanen in der Voliere tötete. Wie Uelzens Stadtförster Thomas Göllner zu berichten weiß: Es war nicht das erste Mal, dass ein Marder in die Voliere gelangte. „Das hatten wir immer wieder mal“, sagt er.

Fasanen stehen auf der Speisekarte von Mardern. Beließen es die „Räuber“ bislang im Wildgehege dabei, ein bis zwei Tiere zu töten und wegzuschleppen, fielen dem ungebetenen Besuch nun alle Fasanen zum Opfer. Zehn an der Zahl. Göllner erklärt das mit den Instinkten des Marders. „Regt sich noch etwas in der Voliere, löst das bei ihm den Greifreflex aus.“

Bitter aus Sicht Göllners: Die gehaltenen Hähne und Hennen in der Voliere hätten eine ganze Brut durchbekommen, zu den getöteten Fasanen gehörten so auch Jungtiere von etwa einem Jahr. „Wir waren alle traurig“, sagt Göllner über sich und seine Kollegen, die sich mit ihm um das Uelzener Wildgehege kümmern.

Die einzige wirkliche Chance, ein erneutes Eindringen des Marders in die Voliere zu verhindern, ist, diese vollständig dichtzumachen. Das ist aber leichter gesagt als getan: Ein Marder zwängt sich durch die kleinsten Öffnungen. „Passt der Kopf durch, schafft er es auch mit dem Rest des Körpers durch“, so Göllner.

Nachdem ein Marder alle gehaltenen Fasanen im Uelzener Wildgehege tötete, weisen Schilder darauf hin, dass die Voliere nun baulich erneuert wird. Im Frühherbst ist ein Wiederbesatz geplant.

Womöglich wurde das auch jetzt den Fasanen im Wildgehege zum Verhängnis. Göllner berichtet von einer abgetretenen Latte in dem hölzernen Teil der Voliere, in dem die Tiere bei Regen Unterschlupf suchten. Der Stadtförster kann „menschliches Zutun“ nicht ausschließen.

Dieser hölzerne Bereich stammte aus den „Kinderjahren“ des Wildgeheges, das vor etwa 40 Jahren entstand, um Menschen heimische Tierarten näher zu bringen.

Der Verschlag ist inzwischen komplett abgerissen und wird neu aufgebaut. Für ihn soll ein festes Fundament gegossen werden, damit Marder keine Chance mehr haben, in die Voliere zu gelangen. „Das wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Göllner. Er rechnet mit einem Wiederbesatz der Voliere im Frühherbst. Ein Hahn und zwei bis drei Hennen seien vorgesehen. Er stellt klar: Es wird sich dabei um gezüchtete Tiere handeln. „Wir machen keinen Wildfang.“

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