Badue in Uelzen: Seit 14 Tagen ist Sicherheitsdienst im Einsatz

In der Clique Grenzen überschritten

Am großen Becken des Badue hat sich eine Kraft eines von den Stadtwerken beauftragten Sicherheitsdienstes postiert.
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Am großen Becken des Badue hat sich eine Kraft eines von den Stadtwerken beauftragten Sicherheitsdienstes postiert.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Am großen Becken des Badue hat sich eine Kraft eines von den Stadtwerken beauftragten Sicherheitsdienstes postiert. Den Schritt ist das Unternehmen gegangen, nachdem Frauen belästigt wurden und Personal bedroht wurde. Die erste Bilanz: „Die Botschaft ist angekommen“, so Stadtwerke Geschäftsführer Markus Schümann.

Uelzen – Im großen Becken ziehen gestern Vormittag Schwimmer ihre Bahnen. Kinderlachen ist zu hören. Die Freibadsaison im Badue läuft nach Monaten des Lockdowns. Und das Wetter spielt mit. Die Menschen kommen. „Wir hatten bis jetzt gut 23 500 Besucher“, berichtet die stellvertretende Badleiterin Alina Hermstrüwer.

Erfreuliche Zahlen aus Sicht der Stadtwerke Uelzen als Betreiber des Bades, aber die ersten Wochen waren auch mitunter herausfordernd. „Es wurden Grenzen im Verhalten überschritten“, sagt Geschäftsführer Markus Schümann.

Anlass für die Stadtwerke, durchzugreifen und einen Sicherheitsdienst zu beauftragen. Geschäftsführer Markus Schümann zieht nach 14 Tagen ein erstes Fazit: „Die Botschaft ist angekommen.“ Für Badbesucher wie das Personal gestalte sich der Alltag entspannter, mache Spaß.

Das war in den Wochen unmittelbar nach der Eröffnung Ende Mai nicht garantiert. In einem öffentlichen Bad gebe es immer mal Situationen, auf die zu reagieren sei. „Aber dieses Grundrauschen war es nicht“, sagt Schümann. Weibliche Gäste seien belästigt, Badpersonal sei respektlos behandelt worden.

Das Gelände des Freibads ist weitläufig, allein 3000 Quadratmeter an Wasserfläche hat das Badpersonal im Blick zu behalten. An besucherstarken Tagen sind sechs bis sieben Kräfte im Bad im Einsatz, Kassenpersonal und Techniker kommen oben drauf. Alina Hermstrüwer berichtet, dass es Cliquen und Gruppen in den ersten Wochen gab, denen Einhalt geboten werden musste.

Das Personal ist auf Deeskalation geschult. Aber wenn 20 bis 25 Menschen dem Badpersonal gegenüberstünden, ohne Einsicht, sei das unvertretbar. Mitarbeiter seien als Privatpersonen bedroht worden, so Schümann.

Die Polizei wurde in mehreren Fällen gerufen. Es gibt nach Angaben von Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht drei Anzeigen. Die Stadtwerke haben vom Hausrecht Gebrauch gemacht. Vier Hausverbote seien für mehrere Monate ausgesprochen worden. Zudem habe es 34 Platzverweise für den jeweiligen Tag gegeben.

Was Fälle betrifft, bei denen Heranwachsende mit Migrationshintergrund auffällig wurden, so sagt Schümann: Es dürfe nicht der Fehler gemacht werden, alle über einen Kamm zu scheren. Er kenne genügend Familien mit Migrationshintergrund, in denen die Kinder vorbildlich erzogen seien.

Er betont ohnehin: „Viele junge Menschen, die unser Bad besuchen, verhalten sich super. Sie sind eine Bereicherung. Ihnen möchte ich an dieser Stelle auch danke sagen.“ Er wisse, die Corona-Pandemie setze besonders auch den Kindern und Jugendlichen zu. „Gruppenerlebnisse hatten sie jetzt ein Jahr nicht. Kontakte hat es oft nur virtuell gegeben. Das kann nicht gut gehen“, sagt Schümann.

In dieser Freibad-Saison haben Unter-18-Jährige freien Eintritt, um ihnen wieder etwas zurückzugeben. Es finden nun auch wieder Begegnungen statt. Sie seien wichtig für die eigene Entwicklung, so Schümann. Aber Fehlverhalten sei nicht zu entschuldigen.

Die Stadtwerke kündigen an, auch in den kommenden Monaten weiter klare Kante zu zeigen. „Der Sicherheitsdienst wird bis zum Ende der Freibad-Saison bestehen bleiben“, so Schümann.

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