Uelzener Parkinson-Selbsthilfegruppe feierte 20-jähriges Bestehen

Immer neue Impulse

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Die Feinmotorik eines Parkinson-Erkrankten wird mit der Zeit schlechter. Deswegen kann auch Ergotherapie helfen. Auch das Sprechen fällt Parkinson-Patienten schwer.

Uelzen. Ehrenamtliche Tätigkeit nimmt immer mehr an Bedeutung zu: Das wurde beim 20-jährigen Jubiläum deutlich, das die Uelzener Parkinson-Selbsthilfegruppe im Klinikum Uelzen feierte. In Anwesenheit von zahlreichen Gästen – darunter Landrat Dr.

Heiko Blume und der Landesbeauftragte der Deutschen Parkinsonvereinigung von Niedersachsen, Hans-Jürgen Mayhack – erlebten rund 85 der 100 Mitglieder zählenden Gruppe einen stimmungsvollen Nachmittag.

In zahlreichen Grußworten wurde die Bedeutung von Einrichtungen hervorgehoben, die die Erkrankten unterstützen. Gerade bei der Diagnose Parkinson sei es für Betroffene und Angehörige wichtig zu wissen, dass es eine Einrichtung gibt, an die sie sich mit ihren Fragen und Sorgen wenden können. Da die Parkinson-Kranken dazu neigen, sich immer mehr zurückzuziehen, ist eine Gruppe, in der alle dieselben Probleme haben, der geeignete Ort, dem entgegenzuwirken. Die jüngste Parkinson-Erkrankte in der Uelzener Selbsthilfegruppe ist Mitte 50. „Der Gedankenaustausch untereinander hilft beim Umgang mit der Erkrankung und gibt Kraft“, sagt die Vorsitzende Krystyna Kusserow.

Das weiß auch Jürgen Stammer. Der 69-Jährige aus Lüder ist selbst an Parkinson erkrankt. Schon 1994 wurde bei ihm die Krankheit diagnostiziert. „Ich habe ein Zittern in der linken Hand verspürt, besonders, wenn ich unter Stress stand“, erinnert er sich und gesteht: „Es dauert einige Zeit, bis man es kapiert.“ Die Feinmotorik wurde schlechter und als Freunde ihm sagten, dass er doch deutlicher sprechen solle, ging er zu seinem Hausarzt. Der wiederum überwies ihn weiter zu einem Neurologen. Nun bekämpft Stammer die Krankheit mit allen Möglichkeiten. „Die Medikamente sind der Hauptfaktor“, sagt der Lüderaner. Gleichzeitig sucht er ständig neue Impulse von Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden.

Jeder Tag fängt bei ihm mit einer ausgiebigen Gymnastik an. Ein weiterer Punkt baut ihn immer wieder auf: „Ich habe das große Glück, eine Menge Freunde zu besitzen, die mir helfen.“ Bei der Hilfe kann es sich um die alltäglichen Dinge handeln, denn für Parkinson-Patienten ist manches schwer, was für für andere selbstverständlich ist. Und Stammer nennt gleich ein greifbares Beispiel: „Wenn wir bei unserem Treffen ein Geburtstagsständchen singen, dann ist das für viele von uns gleichzeitig eine Therapie.“ Schließlich fällt vielen Parkinson-Erkrankten das Sprechen schwer. Auch Stammer hält den Austausch innerhalb der Uelzener Selbsthilfegruppe für außerordentlich wichtig. Die Parkinson-Selbsthilfegruppe besteht aus Erkrankten und Angehörigen. Sie trifft sich regelmäßig am ersten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Gemeindehaus der Klosterkirche in Oldenstadt, Klosterstraße 10.

Das nächste Treffen findet am Dienstag, 3. Januar, statt. Gruppenfremde sollten sich vor dem Treffen bei Krystyna Kusserow, unter Telefon (0 58 24) 14 74 anmelden, damit genügend Sitzplätze bereitgestellt werden. Infos über die Gruppe, den Terminplan, die geplanten Aktivitäten und vieles mehr, gibt es auch im Internet unter www.parkinson-uelzen.de.

Von Jörn Nolting

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