Immer mehr Schutzwaffen

Nachfrage nach Pfefferspray und Schreckschusspistolen ist groß – auch in Uelzen

Uelzen/Landkreis. In Deutschland führen immer mehr Menschen Pfefferspray bei sich oder besitzen eine Gas- oder Schreckschusspistole.

Ingo Meinhard, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler, spricht gegenüber der AZ von „deutlich gestiegenen Verkaufszahlen von Schutzwaffen“ – vor allem in den Wochen seit dem Terroranschlag von Paris Mitte November.

Christian Mocek ist Inhaber eines Geschäfts in Uelzen, in dem Schutzwaffen verkauft werden. Auch bei ihm stehen immer öfter Kunden im Geschäft, die nach Pfefferspray und Schreckschusspistolen fragen. „Sie geben an, ein höheres Schutzbedürfnis zu haben“, berichtet Mocek auf Anfrage. Ingo Meinhard sagt, die Nachfrage habe in allen Generationen, unabhängig vom Geschlecht oder Wohnort, in diesem Jahr zugenommen. Erhebungen zu Verkaufszahlen habe es bislang nicht gegeben. Angesichts der Entwicklungen in diesem Jahr kündigte er aber für 2016 eine Statistik an.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) verweist auf das sogenannte Gewaltmonopol des Staates. Heißt: Lediglich Organen des Staates ist es vorbehalten, bei Bedarf physische Gewalt auszuüben. Der Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes der DPolG, Thomas Kliewer: „Es gibt nicht ohne Grund strenge Regeln für den Erwerb und das Führen von Gaspistolen und Pfefferspray.“

Oftmals würden sie beim Begehen von Straftaten mitgeführt. Der Erwerb ist zwar nicht weiter an Bedingungen geknüpft. Der Käufer muss lediglich 18 Jahre alt sein. Wie aber Kliewer erklärt, müsse jeder, der eine Waffe bei sich führen möchte, in Besitz eines sogenannten Kleinen Waffenscheins sein. Voraussetzung für ein Ausstellen ist, dass der Antragsteller zuverlässig und persönlich zum Führen der Waffe geeignet ist. Ein Sachkundenachweis ist nicht erforderlich. Ausgestellt wird der Schein im Kreis Uelzen von Waffenbehörden der Stadt Uelzen und der Kreisverwaltung. In der im Kreishaus ansässigen Waffenbehörde sind 198 solcher Kleinen Waffenscheine für Bewohner des Landkreises registriert. Angaben zu einem möglichen Anstieg in diesem Jahr konnte die Kreisverwaltung gestern keine machen. „Das Tragen von Schutzwaffen ohne Erlaubnis stellt ein Verstoß gegen das Waffenrecht dar. Er wird geahndet“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. „Es kommt immer wieder mal vor, dass solche Verstöße festgestellt werden“, so Richter. Die Fallzahlen seien für die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen aber überschaubar.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

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