Experte der Polizei: 2+1-Abschnitte sind noch „optimierungsbedürftig“

B 4 im Landkreis Uelzen bleibt Baustelle in Sachen Verkehrssicherheit

Im Bereich des Suderburger Kreisverkehrs gelten nun weitere Überholverbotsregelungen.
+
Im Bereich des Suderburger Kreisverkehrs gelten nun weitere Überholverbotsregelungen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Die Ursachen-Ermittlungen zu dem schweren Unfall auf der B4 laufen noch. Unabhängig von diesem Fall sieht der Verkehrsexperte der Polizei, Andreas Dobslaw, Handlungsbedarf, was die Verkehrssicherheit auf der Trasse betrifft.

Uelzen – Die Bundesstraße 4 macht erneut Schlagzeilen mit dem schweren Unfall von Dienstagmittag, bei der eine junge Mutter starb und zwei Männer schwerst verletzt wurden. Der Verkehrsexperte der zuständigen Polizeiinspektion, Andreas Dobslaw, sagt mit Bezug auf die Frontalkollision, dass die Ergebnisse der Ursachen-Ermittlungen abzuwarten seien. Er erinnert aber an andere Unfälle, zuletzt im August, und kommt zur Einschätzung, dass die Bundesstraße 4 mit ihrem Lkw-Verkehr im zweispurigen Bereich an die „Grenze ihrer Belastbarkeit“ stoße – zumindest „in den Spitzenzeiten“.

Der in Abschnitten bereits eingerichtete 2+1-Querschnitt der B4 mag zwar auf der Seite mit zwei Fahrstreifen ein gefahrloseres Überholen erlauben. Aber aus polizeilicher Sicht sei die Lösung auch noch optimierungsbedürftig, sagt Dobslaw. So komme es zu Überholmanövern von Autofahren auf der Seite mit nur einer Fahrspur. Dafür werde das eigentlich dort herrschende Überholverbot ignoriert. „Wir wissen zudem: Sperrflächen werden immer wieder zum Überholen überfahren“, so Andreas Dobslaw.

Das seien Verkehrsverstöße, wie sie auch in anderen europäischen Ländern bei der 2+1-Variante zu erleben seien, nur dass dort schon entsprechende Maßnahmen ergriffen worden seien. In Spanien stünden beispielsweise auf Sperrflächen grün-weiße Pylone. In Schweden würden Fahrtrichtungen durch einen Mittelaufbau, eine Art Leitplanke, voneinander getrennt. „Die sind da weiter. Solche Lösungen befinden sich hier noch nicht in der Diskussion“, beklagt der Polizist.

Die B4 bleibt damit nach Einschätzung Dobslaws eine Baustelle, was die Verkehrssicherheitsaspekte betrifft, wenngleich in Abschnitten auch schon gehandelt wurde. Im Norden ist Tempo 80 am Tag angeordnet und Leitpfosten stehen jetzt direkt an der Fahrbahn – Letzteres löste Kritik aus.

Der Abschnitt südlich von Uelzen bereite nach wie vor Sorgen, so Dobslaw. Dieser Bereich stehe unter besonderer Beobachtung der Polizei. Schwere Unfälle sind dokumentiert. Eingerichtet wurde dort zuletzt ein Überholverbot für Lkws im Bereich der Kurven nördlich des Suderburger Kreisverkehrs und vor dem Suderburger Kreisverkehr wurde das allgemeine Überholverbot für alle, die in Richtung Braunschweig fahren, verlängert.

Von Süden kommend gilt vor dem Kreisverkehr nun für einen längeren Abschnitt ein Überholverbot und Tempo 70. „Was das Überholverbot betrifft, so bekomme ich positive Rückmeldungen besonders von Pendlern“, sagt Dobslaw.

Für den B4-Bereich in Höhe Uelzen, der sogenannte Uhlenring, mit seinem 2+1-Zuschnitt gibt es zumindest Ideen, wie die Situation verbessert werden könnte. Diese würden sich bei der Landesstraßenbaubehörde in Prüfung befinden, heißt es aus dem Uelzener Rathaus. Unter anderem wird eine mögliche „grüne Markierung“ zwischen Doppellinien als ein Beispiel genannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare