Ihre Gläser ...

. . .   sollten Sie gut verstauen, wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, am Donnerstagabend das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contests anzuschauen. Denn dann wird der Countertenor Cezar auftreten und im Körper eines Mannes die Arie einer Frau schmettern.

Schön? Nicht wirklich. Die Töne klettern in ungeahnte Höhen, ohne dass sie eine Melodie bilden. Den Uhlenköper wunderte es, als er sich eine Kostprobe des Gejaules im Internet anhörte, dass die Scheinwerferlampen in der Arena nicht zerbarsten. Bei so mancher Dolby-Surround-Anlage in deutschen Wohnzimmern droht allerdings das gute Kristall in die Brüche zu gehen. Noch gut eine halbe Stunde, nachdem Cezar seinen Vortrag beendet hatte, glaubte der Uhlenköper, dass er nun einen Tinnitus habe, so pfiff es in seinen Ohren. Doch vielleicht vermag er auch einfach nicht die Schönheit des Liedes zu erkennen. Anrufen, damit Cezar ins Finale kommt, wird der Uhlenköper aber definitiv nicht. Was es sonst noch in der bunten Gaga-Show zu erleben ist? Zwei finnische Frauen, die auf der Bühne heiraten und montenegrinische Astronauten, die durch die Halle schweben. Vielleicht auf der Flucht vor der rumänischen Arie, mutmaßt der Uhlenköper.

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