Vor IGS-Gründung haben Eltern das Wort

Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt die Einführung einer Integrierten Gesamtschule zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Wie groß ist die Nachfrage im Landkreis an der Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Stadt Uelzen? Das soll nach der Empfehlung des städtischen Schulausschusses bei einer Elternbefragung im kommenden Jahr ermittelt werden.

Zunächst vertagte das Gremium aber sein Votum über den Antrag der SPD-Ratsfraktion auf Einrichtung einer IGS. Darüber soll nun auf der übernächsten Sitzung im kommenden Januar beraten werden.

Bürgermeister Otto Lukat stellte gleich zu Beginn der Diskussion im Ausschuss klar: Ein Start der IGS bereits zum Schuljahr 2011/12, wie von den Sozialdemokraten gefordert, sei aus zeitlichen Gründen „schlechterdings nicht möglich“. Deshalb formulierte Jörg Kramer (SPD) seinen Antrag um: Die IGS soll nun „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ in Uelzen gegründet werden.

Aus dem aktuellen Schulentwicklungs-Gutachten sei ersichtlich, dass zum einen die Schülerzahlen im Kreis Uelzen stetig sinken werden, zum anderen viele Eltern die gemeinsame Beschulung ihrer Kinder wünschen, sagte Kramer. Deshalb sei „über eine Ergänzung der Schullandschaft im Landkreis Uelzen nachzudenken“.

Die notwendige Zahl von 130 Schülern werde für die Einrichtung einer IGS zustande kommen, ist er überzeugt. Genau dieses Schulangebot fehle nämlich im Landkreis, während rund um Uelzen viele neue IGS-Standorte entstanden sind. Kramers Schlussfolgerung: „Wir können es uns als Mittelzentrum nicht leisten, dass wir in naher Zukunft der einzige Landkreis sind, der diese Schulform nicht vorhält.“ Der erste notwendige Schritt dafür sei nun eine kreisweite Elternbefragung.

Dafür sprach sich auch Henning Gröfke (CDU) aus. Seiner Meinung nach sollte damit aber noch einige Zeit gewartet werden. „Wenn wir das schon jetzt machen, wäre das unfair gegenüber den Schulstandorten im Landkreis, die sich noch nicht zu der geplanten Oberschule äußern konnten“, erklärte Gröfke. Hier sei erst im Dezember mit einer Beschlussfassung im niedersächsischen Landtag zu rechnen. Gröfke glaubt allerdings nicht, dass bei der Elternbefragung im Kreis Uelzen die für eine IGS-Gründung notwendige Quote erreicht wird.

Auch Stefan Hüdepohl (CDU) forderte, auf die Befindlichkeiten der Samtgemeinden Rücksicht zu nehmen: „Wir sollten abwarten, bis der Erlass zur Oberschule bekannt ist.“

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