Wenig Interesse an Bürgerbefragung am Uelzener Schnellenmarkt

Ideen sprudeln (noch) nicht

Auch der Wall des Brunnens am Schnellenmarkt war Thema der Bürgermeinungen zur Umgestaltung des Platzes. Fotos: Jansen/Wendlandt

Uelzen. Die Straßen sind schmutzig, die Geschäfte und ihre Fenster nur wenig attraktiv, die Hausbesitzer lassen die Gebäude verfallen, die Verkehrsführung ist unklar. Ein hartes Urteil fällten die Passanten auf die Befragung zum Schnellenmarkt-Viertel.

Rund 200 Fragebögen hatten die drei Mitarbeiter des Instituts CIMA aus Lübeck für den Auftakt der Befragung in den Marktstraßen vorbereitet. Von der Stadt beauftragt, sollen sie bis zum morgigen Mittwoch Passanten in der Innenstadt befragen. Auf dem dreiseitigen Fragebogen finden sich sowohl Fragen zur Bewertung des bisherigen Zustands, aber auch Fragen nach Verbesserungsvorschlägen. „Interessiert mich nicht“, antworteten die Hälfte der angesprochenen Passanten.

„Es war überraschend kühl an diesem Morgen“, das habe die Leute abgehalten, auf einige Fragen stehen zu bleiben, erklärten sich die drei Interviewer ihre magere Ausbeute. Diejenigen, die sich Zeit für die Geografen des CIMA-Institutes Tabea Winkler, Florian Groß und Mickele Gerstoff genommen hatten, konzentrierten ihre Antworten auf das ganze Viertel rund um den Schnellenmarkt.

Der Platz, so genannt weil dort früher abseits vom üblichen Markttreiben die gleichnamigen Tongefäße feilgeboten wurden, sei mit dem Brunnen, dessen röhrenförmige Gestaltung an die Form der hohen zylinderförmigen Krüge erinnert, ausreichend gewürdigt. Doch die Häuser, die auf den Platz führten, seien „sicher einmal ganz hübsch gewesen“, meinten viele, aber von den Eigentümern verantwortungslos vernachlässigt worden. Der Brunnen, die Absperrpoller und die Sitzgelegenheiten bedürfen einer Verbesserung und Verschönerung, meinten viele. Die Bepflanzungen, häufig mit Unrat und Abfall übersät, würden nur lieblos gepflegt und wirken vernachlässigt.

Der Brunnen stoße mit seinem erhöhten Wall Menschen, die dort verweilen wollten, ab. „Der Brunnen sollte auf ein niedriges Niveau abgesenkt werden, damit Kinder dort spielen könnten“, empfahl ein Anwohner auf Anfrage, „dann würde bei entsprechenden Bänken der Platz belebter werden“. Dazu müsste sowohl die Parksituation konkretisiert, aber auch die Verkehrsführung entschärft werden. Eine zündende Idee für die Verbesserung der Situation im „Schnellen-Viertel“ hatte keiner der Befragten, weder die Anwohner noch die Besucher der Innenstadt. „Vor einigen Wochen erklärt die Stadt, dass es kein Geld für eine bessere Gestaltung des Platzes gibt“, wundert sich ein Innenstadtbewohner, „und jetzt wird zum Ideenwettbewerb aufgerufen.“ Die Hauseigentümer sollten in die Pflicht genommen werden, wünschten viele, die schon eine deutliche Verbesserung erwarteten, wenn die Häuser-Fassaden in einem ansehnlichen Zustand wären.

Von Angelika Jansen

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