Ideen für die kahle Zone

Inzwischen können Radfahrer die Fußgängerzone ganztägig befahren, doch das Leben pulsiert dort noch nicht. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Marc Rath. „Es sieht derzeit alles etwas langweilig und schlicht aus“, räumt Uelzens SPD-Vorsitzende Ute Röling ein, wenn sie über die neue Fußgängerzone spricht. Die Sozialdemokraten sind nach der Sommerpause angetreten, das von ihnen vor den Ferien beschlossene einjährige Provisorium mit Leben zu erfüllen. Eine Begehung der Veerßer Straße mit Bürgermeister Otto Lukat, Ferienentdeckungen in anderen Städten und ein Fraktionsbeschluss von dieser Woche: Ihre Ideen wollen die SPD-Politiker jetzt einbringen.

Röling selbst weilte im Juli in Oldenburg – jener Stadt, die für sich reklamiert, vor 40 Jahren die erste Fußgängerzone erfolgreich eingerichtet zu haben. Dort entdeckte die SPD-Chefin mehrere rund 20 Quadratmeter große Grünflächen – gestaltet und gespendet von örtlichen Gartenbaubetrieben. „Das wäre eine schicke Geschichte für die doch etwas kahle Fußgängerzone“, findet sie.

Eine andere Idee stammt aus Waren an der Müritz. Dort werden Leerstände durch eine Bemalung verschönert. Auf Schaufenster gemalte Warenauslagen „vermitteln die Illusion eines funktionierenden Geschäftes“, beschreibt Röling den Charme dieser Aktion.

Gar nicht weit entfernt von Uelzen wurde eine andere Initiative adoptiert: Was in Bad Bevensen die vielfältig gestalteten Bänke sind, könnte in Uelzen mit Stühlen gelingen, hofft Uelzens SPD-Vorsitzende: „Kunterbunt, verschiedene Stile und Größen“ schweben ihr da vor.

Die Ideensammlung, die in dieser Woche in der SPD-Ratsfraktion diskutiert, erweitert und begrüßt wurde, sieht auch die Installation von Wasserspielen, eine feste Hüpfburg, bunte und originellere Fahrradstellplätze vor. Außerdem: Stellwände in den verschiedensten Formen, die individuell gestaltet werden können. Eine Variante, die aus SPD-Sicht auch vor der verwaisten alten Kaufhalle ziehen könnte. Die Sozialdemokraten wünschen sich eine Wand vor der Schaufensterfront, die von Kindergärten der Stadt gestaltet werden kann.

Auch Lesesäulen, eine Telefonzelle als Buchumtauschstation und Solar-Wärme-Pilze in der kalten Zeit könnten die Fußgängerzone beleben, lauten die weiteren Vorschläge. Die Liste soll auf der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe Innenstadt am 17. August zur Diskussion gestellt werden. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, betont Röling. Danach will die SPD-Fraktion beraten, welche konkreten Anträge sie stellen wird. Angesichts der städtischen Finanzmisere geht Röling davon aus, dass vieles nur über Sponsoring geht.

Etwas desillusioniert ist die SPD-Vorsitzende von der geringen Beteiligung der Anrainer-Geschäfte – „sie profitieren dann doch auch davon“. Auch von City-Manager Joachim Lotz erwartet sie dabei deutlich mehr Aktivitäten: „Der muss hier eine größere Rolle spielen.“

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