„Ich will Landrat werden“

Raimund Nowak: Tritt er an, um Deutschlands erster grüner Landrat zu werden?

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Raimund Nowak hat zuvor im Internet nochmals nachgeschaut: 301 Landkreise gibt es derzeit in Deutschland. Wenn der gebürtige Uelzener, der einige Jahre Niedersachsens Grüne führte und seit mehr als einem Jahrzehnt im engsten Umkreis von sozialdemokratischen Oberbürgermeistern in Hannover wirkt, am 11. September 2011 auf dem Stimmzettel für die Uelzener Landratswahl stehen sollte und gewählt wird, könnte das anders werden. „Dann gibt es 300 Landkreise und Uelzen, den Landkreis mit dem einzigen grünen Landrat.“ Ein Alleinstellungsmerkmal, „das Aufmerksamkeit erzielen wird“, spekuliert Nowak.

Der grüne Kreisverband hatte am Mittwochabend eingeladen, um mit Nowak und interessierten Gästen „über Motive, Bedingungen und Ziele der Kandidatur zu sprechen“, wie es in der Einladung hieß. Gekommen waren 25 – zumeist Mitglieder der Grünen, einige Sympathisanten, wenige Neugierige. Er mache gerne „Sachen, die man eher für unmöglich hält“, bekannte der 55-Jährige, der vor seinem Wechsel in die Landeshauptstadt in den 90er Jahren der politische Kopf der Uelzener Grünen war.

Dass allein die Erwägung seiner Kandidatur bereits auf landesweites Interesse stößt, kommt Nowak durchaus gelegen. Mehr Aufmerksamkeit erzeugen, charakterisiert auch seinen politischen Ansatz. Der Landkreis müsse mehr aus seinem Potenzial machen, betont der Grüne und zählt auf: Vernetzung des Hundertwasser-Bahnhofs, einen Radweg zur Elbe, Stärkung der ökologischen Landwirtschaft und eine bessere Vernetzung der Kommunen mit der Wirtschaft und Wissenschaft in der Region.

Es sind erste Schlaglichter, noch kein Programm, denn ob er antritt, will Nowak von einigen Gesprächen und Signalen während der Herbstferien abhängig machen. „Ich habe keine Lust auf Hinterzimmergespräche“, sagt er und will damit signalisieren, dass er keine Parteiabsprachen anstrebt. „Die Menschen wählen bei der Landratswahl den Menschen und achten dabei weniger auf ein Parteibuch“, ist Nowak überzeugt. „Die Parteienbindung ist ohnehin geringer geworden“, weiß er. Als reiner Zählkandidat möchte der Grüne indes nicht ins Rennen gehen: „Ich will Landrat werden und nicht irgendein Kandidat.“

Wohlwollende Kommentare gebe es zahlreiche, berichtet der Grüne. Nowak ist lange genug im politischen Geschäft und weiß: „Sagen sie es nicht laut, hat man keine Chance.“

Weiterer Bericht in der Freitagsausgabe der AZ.

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