29-jähriger Nebenkläger beschuldigt Ramadan N. im Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung

„Ich habe mein Leben fast verloren“

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Vor dem Landgericht Lüneburg sagte ein 29-Jähriger aus, von Ramadan N. aus Uelzen geschlagen worden zu sein.

Uelzen. „Ich habe mein Leben fast verloren. “ Die Schwere seiner Verletzungen nach einer Auseinandersetzung in einer Uelzener Diskothek hat der 29-jährige Nebenkläger gestern im Prozess gegen Ramadan N. und Suleiman K. der 3.

großen Strafkammer am Landgericht Lüneburg geschildert. „Die komplette linke Seite meines Gesichts war fünf Mal gebrochen. “ Daher sei er auf Titanplatten angewiesen, die ihm im Bereich des Augenhöhlenbodens eingesetzt worden seien.

Er beschuldigte den Angeklagten Ramadan N., ihm in der Nacht zum 14. Januar 2012 in einer Uelzener Diskothek diese Verletzungen beigebracht zu haben. Den Faustschlag räumt Ramadan N. ein. Der Angeklagte erklärte aber, dass diesem Schlag ein aggressives Verhalten und eine Provokation sowie zwei „Backpfeifen“ von Seiten des 29-Jährigen vorausgegangen seien. Darauf angesprochen bezeichnete der Nebenkläger in seiner Zeugenaussage diese Schilderungen des Angeklagten als unwahr. „Das ist eine Lüge“, beteuerte der 29-Jährige. „Ich habe noch nie in meinem Leben jemanden geschlagen.“

Die Staatsanwaltschaft wirft, wie berichtet, Ramadan N. und Suleiman K. mehrere Delikte vor, unter anderem schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung. Der mutmaßliche Faustschlag am 14. Januar 2012 ist ein Anklagepunkt, der sich lediglich auf Ramadan N. bezieht.

Unklar blieb am gestrigen Verhandlungstag, wie die Situation kurz vor der körperlichen Auseinandersetzung in der Diskothek ausgesehen haben könnte. Denn nach Aussage des Nebenklägers habe ihn der 26-jährige Ramadan N. aufgefordert, zu ihm zu kommen. Und nachdem der 29-Jährige dieser Aufforderung nicht nachkam, habe der Angeklagte gesagt, er wolle etwas haben und komme im Restaurant des 29-Jährigen vorbei. Nachdem dieser sich daraufhin entschieden habe, mit seinem Freund die Diskothek zu verlassen, habe ihm Ramadan N. beim Hinausgehen den Faustschlag verpasst. Aus dem Vernehmungsprotokoll bei der Polizei gehen diese Sätze, die der Nebenkläger als Bedrohung auffasste, nicht hervor. Der 29-Jährige habe Angst gehabt, davon zu berichten, da er über Bekannte gehört habe, in welche „komischen Sachen“ der Angeklagte verstrickt sei, deutete er an.

Die Berichte von Ärzten, die die Kammer gestern verlas, geben die Folgen der Schlägerei wieder – allerdings in unterschiedlichen Ausmaßen. So war eine vielfache Fraktur in der Notaufnahme eines Krankenhauses nicht in dieser Form erkannt worden. Aus den Unterlagen verschiedener Mediziner gehen Brüche des Jochbeins, des Nasenbeins, des Augenhöhlenbodens zur Kieferhöhle sowie Hämathome und Platzwunden hervor. Der Nebenkläger selbst erklärte, bis heute unter einem Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte zu leiden.

Die Verhandlung wird mit weiteren Zeugenvernehmungen am 5. Dezember fortgesetzt.

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