Bürgermeister blickt der Zusammenarbeit mit dem neuen Rat positiv entgegen

„Ich bin auf alle neugierig“

Die Sitzungen des Uelzener Stadtrates werden durch die neuen Abgeordneten und vielfältigen Gruppierungen spannend, glaubt Bürgermeister Otto Lukat. Archivfotos: Ph. Schulze / Mahler

Uelzen. Haushaltsberatungen mit der Piratenpartei, Debatten mit der Wählergemeinschaft „WIR für Uelzen“ über die Verschuldung der Stadt: Auf die Verwaltung kommen in den nächsten fünf Jahren spannende politische Sitzungen zu. Davon ist Otto Lukat überzeugt.

„Es wird nicht schwieriger, sondern anders werden“, glaubt der Bürgermeister.

Die bunte Zusammensetzung des neuen Stadtrates als Folge der Kommunalwahl werde dazu führen, „dass es neue und tendenziell andere Diskussionen“ in den politischen Gremien geben wird. „Aber darin liegen mehr Chancen als alles andere“, meint Lukat. Zeitliche Verzögerungen von Entscheidungen erwartet er nicht.

Otto Lukat

Bereits in der aktuellen Wahlperiode habe es im Stadtrat nur wenige strittige Themen gegeben. Etwa 85 Prozent der Entscheidungen seien durch große sachliche Übereinstimmung der Parteien gefällt worden. Daran werde sich auch im neuen Rat nichts ändern, ist der Bürgermeister überzeugt. Auch rechnet er nicht damit, dass bereits getroffene Beschlüsse, etwa die Umgestaltung der Marktstraßen oder die Verlegung des Wochenmarktes in die Innenstadt, wieder gekippt werden. Dazu gebe es weiterhin eine breite Mehrheit im Rat, betont Lukat. Mit einem Kommentar zum Ausgang der Kommunalwahl will er sich dagegen zurückhalten – das bleibe den Parteien vorbehalten und nicht ihm als Rathaus-Chef.

Doch wie wird die Verwaltung den neuen Kräften im Rat – UWG, Piratenpartei, „WIR für Uelzen“ und der Rentnerinnen- und Rentnerpartei – begegnen? „Ich bin auf alle neugierig“, zeigt sich Lukat aufgeschlossen. Er sei „positiv gestimmt, dass sich alle zum Wohl der Stadt einbringen werden“.

Auch der Zusammenarbeit mit dem neuen Landrat Heiko Blume (CDU) blickt Lukat zuversichtlich entgegen. „Bei vielen Projekten sind Stadt und Landkreis bereits Partner. Das gilt es fortzusetzen und auszubauen“, meint er mit Blick auf den geplanten Beitritt des Kreises zum Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg. Durch weitere Kooperationen werde sich „die Notwendigkeit erübrigen, den Landkreis Uelzen zwangszufusionieren“.

Auf den neuen Stadtrat, dessen Wahlperiode am 1. Novbember beginnt, sieht Lukat große Aufgaben zukommen. An erster Stelle gelte es, die schlechte Finanzlage Uelzens zu verbessern. „Das wird für die neuen Ratsmitglieder, die das noch nicht mitgemacht haben, ein sehr schwerer Prozess“, meint Lukat. Ein weiteres wichtiges Thema sei der Ausbau der Ganztagsbetreuung – von der Krippe bis zur Schule. „Das wird eine Herausforderung sein, bei dem der Rat Schweres zu bewegen haben wird.“

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare