Was Radfahrer bewegt: Radeln auf der Fahrbahn oder auf dem Hochbord?

Hupkonzerte an der Uelzener Bahnhofstraße

Grundsätzlich soll die Fahrbahn genutzt werden. Wer sich unsicher fühlt, kann stadteinwärts auch den Gehweg nutzen.
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Grundsätzlich soll von den Radfahrern die Fahrbahn genutzt werden.

Uelzen – Sie nutzt gerne das Rad, um vom Sternviertel, in dem sie lebt, in die Stadt zu kommen. Das biete sich aus Gründen der Ökologie und der Fitness an, so Christiane Meyer-Fleischmann.

Doch Radfahrten die Bahnhofstraße entlang in Richtung Stadt sind für sie kein Vergnügen. Mehrfach sei sie bereits angehupt und beschimpft worden, sie solle doch gefälligst den Radweg nutzen und nicht die Fahrbahn, schildert Meyer-Fleischmann im Rahmen der Aktion „Was Radfahrer bewegt“. Die AZ will in den kommenden Wochen offene Fragen zum Radverkehr klären, auch auf Verkehrsregelungen hinweisen.

Für Radfahrer gilt: Wer sich unsicher fühlt, kann stadteinwärts auch den Gehweg nutzen.

Wer ist im vorliegenden Fall im Recht? Meyer-Fleischmann, die die Fahrbahn nutzt? Oder die Autofahrer, die deswegen ungehalten reagieren? Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte in der hiesigen Polizeiinspektion, stellt klar: Wer Radfahrer an der Bahnhofstraße anhupt oder beschimpft, weil sie auf der Straße fahren, „macht etwas falsch“. Die Radler sollen die Fahrbahn nutzen. Allerdings: Fühle sich ein Radfahrer stadteinwärts auf der Straße unsicher, dürfe auch der Gehweg befahren werden, in diesem Fall sei aber auf die Fußgänger zu achten, erläutert Dobslaw. Entsprechende Verkehrsschilder stehen an der Bahnhofstraße – blaue Kreise mit Fußgänger-Piktogrammen, darunter die Ergänzung „Fahrräder frei“.

Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der Polizei

Die Verkehrsführung gilt seit inzwischen ein paar Jahren. Der einst auf dem Hochbord angelegte Radweg auf der Seite der Post und der Volksbank hat keine Bedeutung mehr, auch wenn er durch unterschiedliche Pflasterung noch zu erkennen ist. „Die unterschiedliche Pflasterung hat keine Relevanz mehr“, sagt Dobslaw. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Fußgänger eher den schmaleren, gekachelten Bereich nutzen und den breiteren Bereich weitestgehend den Radfahrern überlassen, sofern sie ihn nutzen wollen.

Von der Innenstadt kommend in Richtung Sternviertel gilt entlang der Bahnhofstraße für Radfahrer, dass sie die Fahrbahn nutzen müssen. Hier wurde für sie ein sogenannter Schutzstreifen geschaffen.

Was nicht erlaubt ist, aber an der Bahnhofstraße oft beobachtet werden kann, sind Radler, die in Richtung Sternviertel den früheren Radweg an der Seite der Post und der Volksbank nutzen, um beispielsweise einfacher zum Uhlenköper-Center zu gelangen. Wer sich so verhält, ist ein Geisterradler, sagt Dobslaw. Kontrolliert die Polizei, droht ein Bußgeld.

VON NORMAN REUTER

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