Kritik an Regelung: Fremde Tiere zur Prüfung zugelassen

Hundehalter müssen Tests bestehen

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Wer einen Hund führt, muss künftig nachweisen, dass er das auch gut kann. Neue gesetzliche Bestimmungen besagen, dass eine theoretische und praktische Prüfung abzulegen ist.

Uelzen/Landkreis. Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer macht bei diesem Thema aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Ich halte das für falsch“, sagt er.

Gemeint ist die Regelung, dass die praktische Prüfung zum Erwerb des Sachkundenachweises für Hundebesitzer auch mit einem fremden Hund absolviert werden kann. Wie berichtet, müssen Hundehalter ab dem 1. Juli nicht nur ihre Tiere, wenn sie älter als sieben Monate sind, in einem zentralen Melderegister erfassen lassen, sondern auch einen Sachkundenachweis erbringen. Keinen solchen Nachweis brauchen Halter, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre bereits für zwei Jahre einen Hund ohne Beanstandungen geführt haben, Tierärzte, Halter, die sogenannte Brauchbarkeitsprüfungen bestanden haben oder ihre Tiere zu Schutz-, Begleit- oder Dienstzwecken führen. Wie nun das Verbraucherschutzministerium zum Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen konkretisierte, müssen für den Sachkundenachweis, eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt werden.

Wie Jörg Pfeiffer gestern ausführte, bestehe die praktische Prüfung aus zwei Teilen. Im ersten werde ein Spaziergang simuliert, bei dem das Verhalten des Hundehalters mit einem freilaufenden Tier bewertet werde. Im zweiten Teil soll der Charakter eines Stadtbummels nachempfunden werden. Wie Pfeiffer unterstrich, müsse bei der Prüfung nicht der eigene Hund geführt werden, weil es nicht um das Tier gehe, sondern um den Halter. „Aber das Verhalten des Halters lässt sich ja nur mit dem eigenen Tier messen, es kommt also auf die Kombination an“, kritisiert der Veterinär. Für den Sachkundenachweis sei auch die theoretische Prüfung zu bestehen, die 35 Fragen aus insgesamt fünf Themengebieten umfasse. Die jeweiligen Prüfungen würden mindestens 40 Euro kosten. Und für alle Prüfungen bedürfe es eines anerkannten Prüfers. Für den Kreis seien das Jochen Neunast, Andreas Zabielski, Birgit Neubauer-Müller und Ute Salzbrunn. Der Landkreis verwies darauf, dass Bußgelder von bis zu 10 000 Euro zu zahlen seien, wenn die gesetzlichen Bestimmungen nicht eingehalten werden. Für weitere Details können Hundehalter Informationen auf der Homepage des Verbraucherschutzministeriums unter www.ml.niedersachsen.de erhalten.

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