Heimische Wildtiere haben bereits Junge / NABU-Kreisgruppe fordert Kontrollen

Hunde müssen an die Leine

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Bis zum 15. Juli gilt für alle Hunde Leinenpflicht im Wald und in der freien Landschaft. Karl-Heinz Köhler, Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) fordert, dass das auch kontrolliert wird.

Uelzen/Landkreis. Die spürbar steigenden Temperaturen laden mehr und mehr Hundebesitzer zu ausgiebigen Spaziergängen mit ihren Vierbeinern in Wald und Wiese ein. Doch Achtung: bis zum 15. Juli müssen Hunde an der Leine ausgeführt werden.

Nach dem Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung besteht außerorts, nämlich im Wald und in der freien Landschaft, eine Anleinpflicht für Hunde. Grund dafür ist die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Wer seinen Vierbeiner ohne Leine in Wald und Flur laufen lässt, begehe ein Ordnungswidrigkeit, erklärt Martin Theine, Pressesprecher des Landkreises Uelzen, auf AZ-Nachfrage. Gezielte Kontrollen, ob die Anleinpflicht eingehalten wird, gebe es von Seiten des Ordnungsamtes nicht. Es sei dagegen eher die Regel, dass Jäger Verstöße zur Anzeige brächten.

„Viele Hundebesitzer ärgern sich über die Anleinpflicht, ohne zu hinterfragen, warum das gemacht wird“, berichtet Andreas Zabielski von der Hundeschule „A–Z“ in Bad Bodenteich. Claudia Becker, die die Hundeschule „Gefährten“ in Wriedel führt, ist überzeugt: „Jeder Hund reagiert anders.“ Sie rät Haltern von Spielen wie Stöckchen oder Ball werfen, die den Jagdtrieb fördern könnten, vorsorglich ab.

Es gebe Hundebesitzer, die ihrem Hund nicht zutrauten, den Wildtieren nachzustellen, meint Karl-Heinz Köhler, Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes (NABU). „Die denken ‘Mein Hund macht das nicht’.“ Er könne zwar nachvollziehen, dass Hundehalter ihre Tiere frei laufen lassen möchten. Um ein böses Erwachen zu vermeiden, sei es dennoch sinnvoll, sich an die Anleinpflicht zu halten.

Und Köhler fordert, dass die Einhaltung kontrolliert wird. Zumindest von Jagdpächtern erwarte er, dass sie die Hundehalter gegebenenfalls im eigenen Interesse ansprechen und Verstöße „zur Not zur Anzeige bringen“. Viele Singvögel brüten am Boden, erklärt der NABU-Kreisvorsitzende.

Ihr Nachwuchs in den Nestern sei ebenso gefährdet wie die wenigen Rebhühner, die es im Kreis noch gebe. Doch nicht nur um Vögel, sondern auch um Junghasen und Rehkitze, die tagsüber von ihren Müttern „abgelegt“ und allein gelassen werden, sorgt sich der Kreisvorsitzende.

Eine Alternative zum Auslauf in Wald und Flur bieten Freilaufflächen für Hunde. Anders als erhofft, ist die Freilauffläche bei Holdenstadt jedoch noch nicht eröffnet. „Die Zeit war zu knapp. Wir gehen aber davon aus, dass wir die Fläche noch im April eröffnen können“, sagt Wolfgang Roboom, Vorsitzender des Vereins Uelzener Tiertafel.

Der Verein, der die Fläche gepachtet hat, arbeite mit Hochdruck an der Herrichtung des Grundstücks und sucht dafür auch noch freiwillige Helfer.

Von Sophie Borm

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