Komiker und Zauberer Ingo Oschmann kommt am 10. Oktober nach Bad Bevensen

Humor ohne Schlüpfriges und Politik

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Mit einer Mischung aus Comedy und Tricks verzaubert Ingo Oschmann sein Publikum. AZ-Leser können bei seiner Show in Bad Bevensen dabei sein.

Bad Bevensen. Ja, er war schon mal in der Lüneburger Heide, erinnert sich der Comedian Ingo Oschmann. Als Kind mit seinen Eltern im Urlaub. Am Freitag, 10. Oktober, stattet er der Region einen erneuten Besuch ab.

Dann tritt er im Festzelt im Kurpark auf und hat jede Menge lustige Anekdoten mit im Gepäck. „Hand drauf!“ lautet der Titel seines neuen Programms, in dem er Anekdoten zum Schmunzeln und Lachen erzählt. AZ-Redakteur Jörn Nolting hat sich mit dem Bielefelder über Humor, Geschichten aus dem wahren Leben und Improvisation unterhalten.

AZ: Herr Oschmann, Sie stammen aus Bielefeld. Wieviel Spott müssen Sie von Kollegen ertragen? Schließlich besagt die Bielefeldverschwörung, dass die Stadt gar nicht existiert... 

Ingo Oschmann: Ich habe da als gebürtiger Bielefelder ein dickes Fell. Ich finde es sogar ganz lustig.

Wie stolz sind Sie darauf, dass Sie zum lustigsten Bielefelder gewählt wurden? 

Das hat mich sehr gefreut und macht mich sehr stolz. Ich muss allerdings zugeben, dass ich seit Anfang des Monats nach Düsseldorf gezogen bin – der Liebe wegen.

Waren Sie denn schon immer lustig?

Ja, ich war schon in der Schule der Klassenclown. Das hatte auch damit zu tun, dass meine Eltern in einer sehr wohlhabenden Gegend gewohnt haben, aber nicht übermäßig reich waren. Meine Klassenkameraden hatten alle Markenklamotten an, ich aber nicht. Dafür war ich lustig. Und so gehörte ich dazu.

Sie waren ja später sogar an der Comedyschule in Köln. Wie kann man sich das vorstellen? War dort einer lustiger als der andere? 

Es war schon lustig, aber es ist auch Handwerk. Körpersprache und Improvisation beispielsweise. Zu meinen Mitschülern gehörten Bülent Ceylan und Matze Knop. Aber wir haben nur noch sporadisch Kontakt.

Wie läuft das bei den Comedians eigentlich hinter den Kulissen ab? Gibt es da Konkurrenzkämpfe oder Unterstützung? 

Also, ich habe keinen Konkurrenzkampf erlebt. Wir sind alle so unterschiedlich und anders – so hat jeder sein Publikum. Ich zum Beispiel zaubere ja auch sehr gern. Das macht so kein anderer. Wichtig ist es, auf der Bühne authentisch zu sein.

Was bevorzugen Sie? Zauberei oder Comedy? 

Ich habe da keine Präferenz. Ich habe auch Theater gespielt und Hörspiele gemacht oder Stelzenlaufen und Kindergeburtstage. Ein Kinderprogramm habe ich immer noch im Repertoire.

Wie authentisch ist denn Ihr Programm „Hand drauf!“? 

Die Anekdoten, über die ich erzähle, habe ich selbst erlebt. Und ich schätze auch, dass einige Leute aus dem Publikum ähnliche Szenen erlebt haben.

Warum der Titel „Hand drauf!“? 

Es geht ums Lügen. Ich will zeigen, dass der Ausspruch „Hand drauf“ nichts mehr wert ist. Das fängt ja damit an, dass einem jemand die Hand drauf gibt, am nächsten Tag beim Umzug zu helfen und dann steht man alleine da.

Wo hört für Sie beim Humor die Grenze des guten Geschmacks auf? Immerhin versprechen Sie Ihrem Publikum, dass Sie nicht verletzend, sondern unterhaltsam sind... 

Ich rede nicht über Prominente, sondern über meine Geschichte. Ich finde es subtiler und schöner. Ich verzichte auf einen erhobenen Zeigefinger sowie Schlüpfriges und Politik. Dafür binde ich das Publikum mit ein.

Was kann denn das Publikum in Bad Bevensen erwarten? 

Wer zu mir kommt, bekommt immer etwas Neues, weil ich sehr viel improvisiere. Ich sehe mich als Dirigent und das Publikum als Orchester.

Jeder hat ein anderes Instrument und jeder lacht ja auch über andere Witze.

Gibt es für Sie als Comedian eigentlich den Albtraum, dass man ein Publikum vor sich sitzen hat, das nicht zum Lachen zu bewegen ist? 

Nein, dafür mache ich das schon zu lange. Humor ist auch Handwerk und ich kann sehr flexibel sein. Mal muss ich es ruhiger angehen und mal mehr Gas geben.

Haben Sie auf so einer Tour eigentlich noch Zeit für Hobbys? 

Ja, ich bin ein großer Fan von Geo-Caching (eine Art elektronische Schatzsuche per GPS, Anmerkung der Redaktion). Darüber wird auch mein nächstes Buch handeln.

Es soll humorvoll aber auch lehrreich sein, denn ich habe festgestellt, dass es kaum Lektüren für Anfänger gibt. Ich mache es seit sechs Jahren mit Begeisterung.

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