Thies Boysen hat Kaufpreis für Bauwerk bezahlt

Holdenstedter Schloss hat neuen Besitzer

Der Schlossbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die barocke Fassade fiel 1840 einem Umbau zum Opfer.
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Der Schlossbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die barocke Fassade fiel 1840 einem Umbau zum Opfer.

Uelzen-Holdenstedt – Das Schloss Holdenstedt ist nicht mehr länger Eigentum der Hansestadt Uelzen. Der historische Bau mit Parkanlagen befindet sich jetzt im Besitz des Hamburger Investors Thies Boysen mit seiner Firma DRB Immobilien GmbH.

Der Käufer habe den vollen Preis für das Schloss bezahlt, damit sei die Besitzübergabe erfolgt, erklärt die Hansestadt Uelzen auf AZ-Anfrage. Der Eintrag ins Grundbuch ist beantragt.

Was Boysen für das Schloss letztlich bezahlte, dazu gibt es offiziell keine Aussagen. Nach AZ-Informationen handelt es sich um einen Betrag zwischen 400.000 und 500.000 Euro. Wie Stadtsprecherin Ute Krüger erklärt, würden die Einnahmen aus dem Verkauf zur „allgemeinen Haushaltsdeckung“ der Hansestadt genutzt.

Boysen hatte angekündigt, auf dem Gelände Wohn- und Pflegeplätze für Senioren errichten zu wollen. Gleichzeitig verpflichtete er sich vertraglich, den historischen Bau schrittweise zu renovieren. Zum Zeitplan erklärt Thies Boysen im AZ-Interview: „Wir analysieren nun erst mal den Bestand, besprechen uns dann mit den Fachhandwerkern und den zuständigen Behörden über die dringenden baulichen Themen. Daraus entsteht der Fahrplan.“

Die Suche nach einem Käufer für das Schloss war eine langwierige und wechselvolle Geschichte. Im Frühjahr 2014 hatte sich erstmals Uelzens Politik vor dem Hintergrund von Sparzwängen für einen Verkauf des Schlosses ausgesprochen. Mehr als 200 Exposés wurden zu dem Bau angefordert, es gab mindestens 40 Besichtigungen. Eine Initiative aus Kulturschaffenden forderte, dass das Schloss als Kulturstätte im Besitz der Stadt bleiben solle. Zuletzt versuchte Armgard von der Wense aus der Erbauerfamilie mit einem alten Vorkaufsrecht noch, das Schloss zu erwerben, sah dann jedoch davon ab.

VON NORMAN REUTER

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